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Timo Tjahjantos Film beginnt schon mit einem Showdown, für den andere Actionfilme töten würden: Zwei weibliche Ninjas killen einen Gangsterboss und eliminieren danach seine komplette Gang – mit wirbelnden Schwertern, Maschinengewehren und Splittergranaten. Da bleibt keine Wand trocken. 

Die junge Nomi (Codename „13“) ist solch ein Ninja, eine hochtrainierte Assassinin. Nachdem sie bei besagtem Einsatz aufgrund eines Leichtsinnsfehlers beinahe draufgegangen wäre, bekommt sie eine Auszeit in Jakarta verordnet, wo ihr aber erneut ihre Empathie zum Verhängnis wird – sie legt sich mit einem mächtigen Zuhälter und Drogendealer an, der ihre Nachbarin auf dem Gewissen und deren Sohn entführt hat. Dummerweise hat dieser Kontakte nach ganz oben, und so macht sich Nomi sehr schnell sehr viele sehr mächtige Feinde. 

Wer Tjahjantos THE NIGHT COMES FOR US kennt, kann sich denken, was ihn hier erwartet. Allen anderen mögen die letzten beiden JOHN WICK Chapter als Referenz dienen. Doch die Kämpfe hier sind härter und roher als in Hollywood, Köpfe werden ganz und teilweise abgetrennt, Körper in Fetzen geschossen, Gesichter verbrannt und Kinder blutig geprügelt – bisweilen ist es das reinste Martial Arts Splattermovie. 

Die Action- und Kampfszenen sind allesamt großartig choreographiert, inszeniert und montiert, mit langen, übersichtlichen Einstellungen, einer dynamischen, oftmals handgeführten Kamera sowie gelegentlichen Trickeinstellungen (Baseballschläger-POV, Shotgun-POV, gekippte Winkel, extreme Perspektiven). Und auch Hauptattraktion Aurora Ribero gibt alles, insbesondere wenn sie sich in der gesamten zweiten Hälfte des Films durch einen Bossfight nach dem anderen kämpft. 

Die Filme von Timo Tjahjanto sind aktuell nicht nur das härteste und brutalste, sondern auch mit das hochwertigste, was es im Actiongenre zu sehen gibt. Früher konnte man solche Perlen mit etwas Glück in der Import-Ecke seiner Videothek finden. Heute liefert sie Netflix direkt nach Hause – was ein Service!

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