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Dieser Tage wäre der französische Schauspieler Louis de Funès 100 Jahre alt geworden, doch den etwas reiferen Filmfreunden wird er aus Kindertagen noch wohl vertraut sein, während seine dauerhafte Grimassenschneiderei bis zur Schmerzgrenze Leben in die Bude brachte.
Sein vorletzter Streifen schwächelte jedoch deutlich an der unausgegorenen Vorlage, auch wenn der Stoff wie immer komplett auf de Funès zugeschnitten war.

Claude (de Funès) und sein Nachbar Francis (Jean Carmet) sind zwei Käuze, die in einem Provinznest auf Bauernhöfen leben und sich die Zeit mit Kohlsuppe, Wein und Pernot vertreiben. Nach einem Wettfurzen werden Außerirdische vom Planeten Oxo auf die beiden aufmerksam. Der freundliche Außerirdische (Jacques Villeret) nimmt ein wenig Kohlsuppe mit und besucht Claude kurz darauf, um ihm einen zweifelhaften Wunsch zu erfüllen...

Heutzutage schimpft man über Comedy unterhalb der Gürtellinie, da bei vielen neuzeitlichen Komödien irgendwelche Pupsgags dazugehören. Damals galt so etwas hingegen noch als innovativ, auch wenn es nicht gerade Feingeister in Sachen Humor anspricht.
Das Zusammenspiel der alten Streithähne funktioniert indes sehr gut und auch das erste Auftreten des Außerirdischen, der mit gelbem Ganzkörperanzug, roten Plastikaufsätzen und einem hohen Gurgellaut ein wenig an Beaker von den Muppets erinnert, weiß zunächst das eine oder andere Schmunzeln zu entlocken, doch als Claudes eigentlich verstorbene Frau wieder auftaucht, geht dem Stoff merklich die Puste aus.

Natürlich zündet die eine oder andere deutsche Übersetzung mit lockeren Sprüchen und kleinen Wortneuschöpfungen, doch bis auf kleine oberflächliche Reflektionen über das Leben in französischen Provinznestern ist nicht sonderlich viel Tiefe im Spiel, noch weiß der Verlauf in irgendeiner Form zu überraschen. Auf Dauer haben sich die launenhaften Alten alles gesagt, wirkliche Komplikationen treten erst im letzten Drittel auf und dann erfolgt die Lösung des Problems mit einem plumpen Effekt, welcher final zumindest gefühlsmäßig zufrieden stellt.

Bei alledem ist ein Faible für das permanente Overacting des französischen Komikers Grundvoraussetzung, cholerisches Gehampel inbegriffen.
Leider enthält der Score nur zwei relevante Themen und auch sonst ist die Ausstattung eher zweckdienlich ausgefallen, vor allem das Raumschiff und seinen Piloten betreffend.
Dennoch verschafft der Streifen gute Laune, obgleich zuweilen etwas zuviel Klamauk im Spiel ist, denn er überträgt eine simple Form von Lebensfreude und auch wenn es weitaus lustigere Filme mit de Funès gibt, - er transportiert jenen Charme, der neuzeitlichen Komödien eben häufig fehlt.
6 von 10

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