„Sword in the Moon“ ist ein weiteres aufwendig inszeniertes Schlachtenepos made in Korea, ein Land was auf dem besten Wege ist ein Filmmekka wie Hongkong zu werden. Swordsplayfilme waren jedenfalls bisher keine Stärke der Koreaner, bis auf „Legend of the Evil Lake“ wurde meist nur durchschnittliche Ware wie „Bichunmoo“ produziert.
Das es aber auch besser geht beweist „Sword in the Moon“. Der Film beinhaltet fast alle Zutaten die es zum großen Fantasyepos braucht. Die Actionszenen sind deutlich ausgefeilter, stilistischer und besser choreographiert als alles was ich bisher aus Korea kenne. Zur Einordnung: die Actionszenen orientieren sich an japanischen Samuraifilmen (auch was den Blutgehalt betrifft), die Kämpfe sind recht bodenständig und kommen ohne Einsatz von Drahtseilen aus. Was aber wieder einmal negativ auffällt ist der Schnitt. Schon in „Bichunmoo“ störte mich die hektische Aneinanderreihung einzelner Kampfsequenzen bei denen man schnell die Übersicht verlor. Statt einfach Kämpfe aus der Totalen zu zeigen, müssen immer Nahaufnahmen mit verwackelten Handkamera-Look präsentiert werden. Das trübt den Genuss schon etwas, wenn es auch weit weniger störend auffällt als im bereits oben genannten „Bichunmoo“.
Überzeugen kann dafür wieder die üppige Ausstattung. Kostüme und Kulissen sind auf hohem Niveau und brauchen sich vor japanischen und chinesischen Produktionen nicht verstecken. Eyecandy sind auch die Massenszenen mit einer Vielzahl von Komparsen, so erscheint „Sword in the Moon“ gleich viel epischer. Ebenfalls als äußerst gelungen muss man den Look, insbesondere Farbgebung und Kameraarbeit, bezeichnen. Die Optik ist es denn auch die diesen Film sehenswert macht, denn hier liegt die eigentliche Stärke.
Zum Schluß noch einer Wort zum Plot, ein nicht unwesentliches Detail. Die Geschichte spielt zur Zeit des Königs Incho und handelt im von den beiden Freunden Ji-Hwan und Kyu-Yeop die zusammen auf die Militärakademie gehen, deren Wege sich aber trennen. Als der König geputscht wird steht einer der Freunde vor der Entscheidung den neu eingesetzten König zu dienen oder mit seinen Männern zu sterben. Es kommt zum Kampf zwischen Putschisten und königstreuen Soldaten. Ji-Hwan überlebt schwerverletzt und schwört Rache. Die ehemaligen Freunde stehen sich schon bald im Kampf um Leben und Tod gegenüber…
Die Story ist eigentlich recht ausgelutscht, besonders das Rachemotiv wurde schon zu oft verarbeitet. Das sich Freunde plötzlich im Kampf gegenüberstehen sorgt zwar für Dramatik, wird hier aber für meinen Geschmack mit zu viel Theatralik verarbeitet. Unfertig wirkt auch der Schluss, der Film endet überraschend offen so als hätte man schlichtweg Szenen unterschlagen. Da man schon früh weiß wie die Geschichte ausgehen wird, will auch nie richtig Spannung aufkommen. Das ist schade, denn hier wäre durchaus noch Potential vorhanden.
Fazit:
„Sword in the Moon“ ist der Beweis das Korea auch im Swordsplay Genre auf dem besten Weg ist mit China und Japan zu konkurrieren. Optik und Ausstattung sind hervorragend, nur richtig fesseln kann das Werk nicht. Ein weiteres Manko sind die guten, aber schlecht eingefangenen, Kampfszenen. Wer noch aufwendige Swordsplay Filme jüngeren Datums sucht, dem kann ich diesen eher unbekannten Beitrag aber durchaus empfehlen.