Review

Wer ist Frank Zappa? Für die heutige Generation völlig unbekannt, auch meine (geboren in den 70ern) tat sich schwer. War ja nicht gerade Musik, die im Radio hoch und runter gespielt wurde. Ach ja, dieser Typ der aussieht wie Borat mit dem Bobby Brown-Song.... Genau, da klingelt doch was. Mothers of Invention hiess die Band, das wars dann aber auch schon.

So hatte ich mich gefreut, in dieser überlangen Dokumentation mehr über diesen Menschen zu erfahren und wurde etwas enttäuscht. Der ganze Film wirkt mehr wie zusammengeschnittenes Bonus-Material für eingefleischte Fans. Man bekommt viel Einblick in das Leben Zappas und viele interessante Aspekte, die vermutlichen vielen Menschen völlig unbekannt waren. Zum Beispiel seine Rolle als Kulturbotschafter der Tschechoslowakei, als führender öffentlicher Kritiker gegen das Parental Advisory Label, seine zahlreichen Kompositionen, die man eher der klassischen Musik zuordnen würde und noch vieles mehr. Die lustige Anekdote, dass der Deep Purple Song "Smoke on the Water" auch mit seiner Band zu tun hatte, wird nicht erwähnt, genausowenig kommt das Private etwas zu kurz.

Was auch zu kurz kommt, ist dass man als Zappa-Neuling keinen richtigen Einstieg vermittelt bekommt. In einer Musiker-Doku hätte ich mir ja mehr Musik erwartet, aber fast alle Stücke werden nur sekundenlang angeschnitten. Da wären wir beim Schnitt: alles viel zu schnell mit unzähligen Interviews. Da wird die ganze Zeit über geredet und geredet, aber die Musik kommt viel zu kurz. Der Film ist halt mehr für Menschen, die das komplette musikalische Werk Zappas bereits kennen. Für jemanden wie mich war es etwas ernüchternd...

Schade, aber interessant war die Lehr-Stunde allemal. Nur braucht man etwas Sitzfleisch...

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