Review

iHaveCNit: Nosferatu – Der Untote (2025) – Robert Eggers - Universal

Deutscher Kinostart: 02.01.2025

gesehen am 02.01.2025

Kinopolis MTZ – Kino 7 – Reihe 13, Platz 17 – 19:35 Uhr

Der junge Kaufmann Thomas Hutter lebt mit seiner Frau Ellen in Wisborg. Von seinem Arbeitgeber Herr Knock erhält er einen lukrativen Auftrag. Er darf in die Karpaten zu einem Grafen reisen und ihn vom Kauf einer Immobilie in Wisborg überzeugen. Noch ahnt Thomas Hutter nicht, um wen es sich bei diesem Grafen handelt und als sich mysteriöse Zwischenfälle ereignen, scheint es bereits zu spät, denn der Graf scheint eine gewisse Verbindung auch zu Thomas Frau Ellen zu haben.

Robert Eggers ist für mich ein interessanter Filmemacher. Sein Hang zur Mythologie und Folklore bei der sorgfältigen Auswahl für die Stoffe seiner Horrorfilme und die Akribie, mit der er bei der Gestaltung seiner Filme vorgeht um alles möglichst authentisch und realistisch wirken zu lassen für einen sehr hohen Grad an atmosphärischer Tiefe und Stimmung mit dem gesamten Design der Sets, der Kostüme, dem Make-Up und Hair-Design sowie der audiovisuellen Gestaltung durch Kameraeinstellungen, natürlichem Licht und Musik ist einfach etwas, wofür ich mich absolut begeistern kann, weil es mich in den Bann zieht und mich mitreißt. Nach „The Witch“, „The Lighthouse“ und „The Northman“ hat er nun die Zeit gefunden mit „Nosferatu – Der Untote“ ein weiteres Herzensprojekt anzugehen – eine sehr werkgetreue Neuverfilmung von Murnaus Stummfilmklassiker, der nicht autorisiert eine Verfilmung von Bram Stokers „Dracula“ gewesen ist. Ich selbst habe vor nicht allzu langer Zeit mal die Möglichkeit gehabt, Murnaus Stummfilmklassiker in einer Live-Vertonung sehen zu können, damit ich auch diesen mal erlebt habe. Einen Vergleich aber an dieser Stelle zu ziehen halte ich für unfair, weil ein Stummfilm eben andere Kunstgriffe und erzählerische Mittel nutzt als es Kinofilme der heutigen Zeit tun. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Vorlage, deren Länge von knapp etwas über anderthalb Stunden gerade in seiner Form als Stummfilm nicht die Möglichkeit hatte, seine Texttafeln und die Dialoge sowie nicht transportierte Zwischenhandlungselemente auf der Leinwand audiuell darzustellen und auszubuchstabieren, so dass Eggers Werk auf knapp 135 Minuten Laufzeit kommt, die dem ein oder anderen vielleicht etwas spröde und langatmig vorkommen können. Auch erzählt Eggers Werk nicht allzu Neues, aber das finde ich als Kritik an dieser Stelle nicht wirklich berechtigt. Dennoch ist die stärker ausgearbeitete Perspektive des Charakters von Ellen, die hier für mich sehr stark von Lily-Rose Depp gespielt wird ein interessantes Spiegelbild für die Rolle der Frau in der damaligen Zeit und auch Heute – und natürlich auch die einen gewissen Fokus einnehmende Verbindung zwischen ihrer Ellen und dem von Bill Skarsgard gespielten Grafen, dessen Optik und Design durchaus als interessant bezeichnet werden kann. Insgesamt kann ich neben einem tollen Ensemble natürlich auch wieder alles wie weiter oben erwähnt positiv hervorheben, weil das für mich auch bei „Nosferatu – Der Untote“ der Fall ist, so dass mir diese authentische, atmosphärische, visuell berauschende Verfilmung von Eggers sehr gut gefallen hat.

„Nosferatu – Der Untote“ - My First Look – 9/10 Punkte




Details
Ähnliche Filme