Review

Staffel 1 - 7,5/10

Staffel 1

Hocus Pocus Marvelbus

Nachdem die mächtige Hexe Agatha von Wanda „Scarlet Witch“ Maximov jahrelang in ein trügerisches Kleinstadtkorsett gelegt wurde, gewinnt sie nun in ihrer eigenen Serie und in ihrem eigenen Zirkel wieder an Macht, Einfluss und Charme im MCU…

Die größte Stärke von „Agatha All Along“ ist seine Eigenständigkeit. Natürlich gibt’s auch hier Verweise zu „WandaVision“ und dem MCU - aber Marvel lernt langsam doch von Projekt zu Projekt etwas mehr, wie man sich von dem Gesamtkosmos etwas löst und relativ allein stehende, funktionierende, schimmernde Serien abliefert. Das funktioniert noch nicht immer, die Quantität war da in der Vergangenheit leider auch viel zu oft der Treiber. Doch „Agatha All Along“ hat mir Spaß gemacht. Und ich bereue etwas, dass ich diesem herzhaften Hexenzirkel nicht im Oktober schon gefolgt bin. Immer noch natürlich - wenn überhaupt - „Einsteigerhorror“, aber dieses Genre oder brutale Schocks sollten hier nicht der Standard oder die Messlatte sein. Sondern ob „Agatha All Along“ funktioniert - und das tut sie! Das hat Frauenpower, das hat Dunkelheit und Gänsehaut, das hat Witz und immer diesen gewissen Funken im Auge. Frech und originell. Dazu stimmen Pacing, Produktionswerte und Charaktere erstaunlich gut. Die Chemie im Cast auch. Und das wäre auch komplett ohne Connections zum MCU noch ein empfehlenswerter Trip down Yellow Brick Witchy Road. Aubrey Plaza ist ein absoluter Gewinn, stiehlt sich jede Szene. Die vielen gekippten (und bestätigten!) Hexenklischees werden wunderbar augenzwinkernd vorgestellt. Es gibt etliche Puns und Hommagen zu Klassikern der magischen Zunft. Die vielen Epochen, Moden und Stilwechsel sind… magisch. Der prominente Reim/Song bleibt im Kopf. Die Enthüllungen sind on point. Richtig gut. Richtig kurzweilig. Eine klasse Truppe. Und obendrauf mag ich vor allem das gewisse 90s-TV-Feeling zwischen „Buffy“, „Charmed“ und „Supernatural“ - nur mit dem dicken Portemonnaie von heute, Disney und Marvel. 

Fazit: auch wenn’s ein bisschen „Kiddie-Horror“ ist und Marvel auch bei Hexen, Tod und Halloween nicht komplett in die Vollen geht - insgesamt ist „Agatha All Along“ näher an „WandaVision“ als man denkt und gleichzeitig absolut alleinstehend, funktionierend, spooky, clever, quirlig und fun. Da kann man nicht meckern. Ich habe jede Folge genossen. Selbst wenn ich mit der Auflösung und den letzten drei Folgen nicht hubdertprozentig mitgehe… (7,5/10)

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