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Dass Regisseur Adam MacDonald effektive Survivalthriller in der Wildnis realisieren kann, hat er bereits 2014 mit „Backcountry - Gnadenlose Wildnis“ unter Beweis gestellt. Hier wiederholt er jene Handlung noch einmal mit Wölfen, - allerdings in komprimierter Form, da die Action erst zur Halbzeit ansetzt.

Nolan und Sophie, frisch verlobt, machen einen Abstecher zu ihrem besten, langjährigen Freund Kyle, der in den abgelegenen Wäldern zuweilen jagen geht. Nun brechen er und Nolan auf und rechnen nicht mit einem Rudel aggressiver Wölfe…

Die ersten 40 Minuten hätte MacDonald definitiv besser nutzen können, als ein Beziehungsdreieck einzuführen, in dem es unterschwellig brodelt. Da hätten es auch locker 20 Minuten getan, um drei Figuren vorzustellen, die aufgrund ihres Verhaltens bei Spannungen alles andere als sympathisch rüberkommen.

Als es mit dem Quad in den Wald geht, macht sich rasch die Wackelkamera bemerkbar, die im Gegensatz zu den ruhigen Aufnahmen nervige Züge aufweist. Immerhin sind die Wölfe echt, ihr bedrohlicher Charakter kommt gut zur Geltung, doch auch bei den Angriffen dominieren ein hektischer Schnitt und wackelige Nahaufnahmen, so dass kaum Details erkennbar sind. Die dazugehörigen Fleischwunden und später ein gebrochenes Handgelenk sind hingegen sauber und frei von CGI in Szene gesetzt.

Leider verhalten sich manche Individuen in Extremsituationen nicht immer instinktiv, was primär auf eigentlich erfahrene Jäger zutrifft, die entweder kaum genügend Benzin mitführen oder auf Pfeil und Bogen setzen, statt mehr Munition fürs Jagdgewehr mitzuführen. Obgleich das Cover den Kampf Frau gegen Wildnis suggeriert, ist dies nur ein schmaler Part, der gegen Finale gar relativ offen bleibt, da der Ausgang nur bedingt zufrieden stellt.

Mal abgesehen von drei solide aufspielenden Mimen und einem okayen Score verpasst MacDonald die Chance, erneut einen spannenden Tierhorror im Überlebensmodus zu fabrizieren. Die Action in der zweiten Hälfte kaschiert nicht den faden Vorlauf und mit der Reduzierung auf nur drei Figuren bleibt die Konstellation eher überschaubar. Der Einsatz echter Wölfe ist löblich, was daraus gemacht wurde eher enttäuschend und zu selten spannend.
4,5 von 10

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