Regisseur Claus Bienfait befragt Jugendliche, Eltern und Lehrer, aber auch Politiker und Wissenschaftler zu Konsum und Wirkung von Horror- und insbesondere Splatterfilmen, die er mit kurzen Ausschnitten illustriert.
Mit einer gewalttätigen Sequenz aus „Muttertag" eröffnet er seinen Aufklärungsfeldzug gegen die Scheußlichkeiten, die Videofilme an Eltern und Erziehungsberechtigten vorbei in heimische Kinderzimmer schmuggeln können. Während die Jugendlichen sich Bienfaits spontanen Befragungen stellen müssen, dürfen die Erwachsenen offensichtlich vorbereitete Kommentare aufsagen. Die Filmausschnitte verdichten ganz auf spektakuläre Gewaltinszenierungen, die auf fragwürdige Weise isoliert werden vom erzählerischen Gesamtarrangement des jeweiligen Filmes. Versuche, die angesprochenen Filme ganzheitlich zu betrachten, bleiben in Ansätzen stecken. Die Frage einer verunsicherten Mutter nach der Entstehungsweise solcher Filme nimmt Bienfait leider nicht zum Anlass, das Gespräch mit Autoren und Regisseuren zu suchen. Statt Aufklärung betreibt er eher eine einseitige Angstmacherei mit teilweise fadenscheinigen Argumentationslinien, die auf den spontanen Degout des genreunerfahrenen Zuschauers spekuliert und in ihrer hoffnungslos veralteten Machart zum Schmunzeln anregt.