Wie weit bist du bereit zu gehen, um den Menschen zu retten, den du am meisten liebst – dein eigenes Kind? Von dieser Frage getrieben, macht sich Ex-Soldat Christian auf den gefährlichen Weg nach Syrien, um seinen Sohn Adam, der sich einer islamistischen Gruppierung angeschlossen hat, zurück nach Hause zu holen. Seine verzweifelte Suche führt ihn in ein brutales, vom Krieg zerrüttetes Land. Mit jeder Etappe, die er bewältigt, erfährt Christian mehr über sich selbst und begreift zunehmend, dass er seine bisherigen Glaubensgrundsätze hinter sich lassen muss.
Grundsätzlich eine gute Geschichte. Was tut man, wenn der eigene Sohn zum Islam konvertiert ist und überhaupt kein Interesse mehr hat, in den Schoß der Eltern zurückzukehren, sondern sich lieber radikalen Spinnern anschließt? Wobei ich bis heute nicht wirklich verstehen kann, wie so etwas passiert – denn Menschen sinnlos abzuschlachten kann ja nun wirklich keine Religion sein.
Am Anfang weiß man als Zuschauer eigentlich gar nicht, worum es geht. Man beobachtet Christian dabei, wie er sich das Vertrauen der islamistischen Gruppierung erarbeitet und so überhaupt erst die Möglichkeit bekommt, seinen Sohn zu finden.
Nun muss man sagen: Als Film funktioniert das natürlich. Aber wie er es schafft, dass ihm bereits in Dänemark abgenommen wird, dass er konvertiert ist, dass er alles weiß – wie man betet, was man sagt, was man tun darf – wirkt insgesamt schon etwas weit hergeholt. Ich denke, die Herrschaften dort unten wären gerade bei Menschen, die eigentlich nicht zu ihnen gehören, deutlich misstrauischer, als es hier dargestellt wird.
Inmitten dieses Szenarios liefert Nikolaj Lie Kaas eine gewohnt souveräne Leistung ab, wie man sie schon aus der Dezernat-Q-Reihe kennt. Auch hier agiert er eher stoisch, was aber gut zur Rolle passt.
Insgesamt ist das hier ein Drama, das gegen Ende dann zum Thriller wird. Man sollte nicht glauben, dass man hier viel Action zu sehen bekommt, denn auch die Kriegshandlungen werden nur am Rande gestreift.
Man erhält durchaus einen kleinen Einblick in das Innenleben der Terroristen, die natürlich ein wenig stereotyp überzeichnet werden – auch wenn ich persönlich noch keinen kennengelernt habe.
Fazit: Erstaunlich actionarmes Movie mit gutem Cast, das Abzüge in der B-Note bekommt, weil es einfach nicht wirklich erklärbar ist, dass der Vater sich so problemlos einschleusen kann. Da hätte es gerne etwas mehr Hintergrund sein dürfen. Ansonsten habe ich hier nichts zu meckern