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Im Zeitalter digital aufwendig produzierter Animationsfilme wirkt der klassische Zeichentrick in 2D beinahe altbacken, altmodisch und minimalistisch. Obgleich sechs unterschiedliche Regisseurinnen ihren jeweiligen Stil prägen, fügen sich die fünf Kurzfilme recht gut zu einem abgerundeten Gesamtkonzept zusammen.

Der Einstieg „Der Weihnachtsmann zieht um“ gibt sich direkt in die Gefilde des selbigen, als ein tölpelhafter Storch die Hütte des Weihnachtsmannes in eine treibende Eisscholle verwandelt. Der simple Humor innerhalb einiger Situationskomik zündet und selbst beim einzigen gesprochenen Wort „Katastrophe“ entsteht regelmäßig ein Schmunzeln. Ein gelungener Auftakt.

Etwas kleinkindlich geht es in der Episode „Das erste Weihnachten des kleinen Civciv“ zu. Hier versucht das gleichnamige Küken mithilfe weiteren Federviehs den erkälteten Hahn zu ersetzen, während Bussarde das anstehende Fest sabotieren wollen. Die Botschaft des kollektiven Zusammenhalts ist ganz nett, die Umsetzung jedoch ein wenig flach und weitgehend humorfrei ausgefallen. Darüber hinaus schimmert der weihnachtliche Spirit nicht allzu sehr durch.

„Der allerletzte Weihnachtsbaum“ beinhaltet unübersehbare Umweltkritik, als eine Tochter ihre Mutter dazu drängt, endlich mit der Axt in den Wald zu stapfen, um einen Baum zu fällen. Doch nicht nur sie bemerken, dass bereits alle Tannenbäume gefällt wurden. Neben ernsten Untertönen, - Mutter ist überarbeitet und offenbar jederzeit per Handy erreichbar, gibt es auch zahlreiche Auflockerungen, spätestens als ein überdimensional großer, blauer Bär mitmischt.
Die Kernbotschaft, dass Menschen und Tiere sich gegenseitig unterstützen können, versprüht eine angenehm positive Botschaft ohne Moralkeule.

Beinahe ein wenig mystisch geht es in der Geschichte „Der geheimnisvolle Tanuki“ zu, als zwei Kinder beim Aufenthalt im Schneewald auf ein katzenähnliches Tier treffen und ihm helfen, wonach sie eine tolle Überraschung erwartet. Bei den ganz kleinen Zuschauern könnte die Funktion des Fabelwesens Fragen aufwerfen, doch auch hier ist die Botschaft, ähnlich wie beim Vorgänger deutlich: Tue Gutes und dir wird Gutes widerfahren.

Leider bildet der letzte Akt mit dem großspurig klingenden Titel „Das große Fest der Tiere“ einen eher mauen Abschluss. Allein der auffallend simpel gehaltene Zeichentrickstil lässt kaum erkennen, dass die Hauptfigur ein verspielter, kleiner Luchs sein soll, der den übrigen Tieren folgt, um auf einem Berg ein Lichterfest zu feiern. Zwar sind die Interaktionen zwischen einer kleinen Gruppe von Tieren auf dem Eis ganz niedlich, doch eine Pointe bleibt eher aus und so dient der Teil eher dazu, einen weihnachtlich stimmenden Abschlusssong einzuleiten.

Insgesamt verbreiten die Kurzgeschichten jedoch eine leicht festliche bis zuweilen magische Stimmung, da sie trotz unterschiedlicher Geschichten und Animationsstile die Magie des Winters und der Weihnacht in den Fokus rücken und positive Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft verbinden. Mit einer Laufzeit von nur 69 Minuten ist diese genau richtig für die anvisierte Zielgruppe von Vorschulkindern, wobei gewiss auch bei Erwachsenen an der einen oder anderen Stelle das Kindgebliebene hervorgekitzelt wird.
Knapp
7 von 10

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