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Puppen können in ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen durchaus Schrecken verbreiten,  - da benötigt es noch nicht einmal ein bewegliches Gesicht wie bei der bekanntesten Mörderpuppe Chucky. In unerwarteten Momenten mag man sich sogar über eine Schaufensterpuppe erschrecken, doch wenn diese zu häufig auftaucht, verliert sie ebenso rasch ihre Wirkung.

Nachdem sie einen flüchtenden Trucker überfuhr, sitzt der Schock bei der angehenden Juristin Frankie tief. Doch als sie kurz darauf in regelmäßigen Abständen von einer schaurigen Schaufensterpuppe verfolgt zu werden scheint, greift das Grauen auch in ihrem Freundeskreis um sich…

Anfangs könnte man die Gestalt auch für einen Außerirdischen halten, der mit viel zu dünnem Körper und leicht abgespreizter Armstellung aus der Distanz zu erspähen ist. Doch nach einer halben Stunde löst sich das Rätsel um die sonderbare Erscheinung, welche grundlegend starr bleibt, auch im Gesicht. Während die Figurenzeichnungen um Frankie allenfalls tauglich ausfallen, kristallisieren sich einige Schauplätze als effektive Wahl heraus.

Autor und Regisseur Micheal Bafaro setzt in vielerlei Hinsicht auf old school. Mithilfe von etwas Nebel erinnern einige isoliert wirkende Sets an Streifen von Carpenter und auch der Score tendiert in eine ähnliche Richtung. Diversen Ableben haftet indes ein fader Beigeschmack an, da jeweils nur die Resultate zu sehen sind, welche gleichermaßen harmlos ausfallen und mit einem Körper ohne Kopf bereits den blutigen Höhepunkt bilden.

Entsprechend gibt es keine wirklichen Konfrontationen, da die Puppe eben nicht mehr macht, als unerwartet irgendwo aufzutauchen und auch dies wird mit zu vielen näheren Aufnahmen nach einiger Zeit entmystifiziert. Zwar kann man ihr minimal entgegenwirken, indem der Titel des nicht Wegschauens in die Tat umgesetzt wird, doch der dröge Showdown untermauert einmal mehr, dass eine taugliche Grundidee auch eine dramaturgische Ausarbeitung der Bedrohung benötigt. Hier bleiben Hintergrundinformationen komplett aus und es gibt eine halbgare Auflösung.

Darstellerisch geht die Angelegenheit in Ordnung, die kurze Laufzeit von nur 83 Minuten verhindert etwaige Längen, doch in Sachen Spannung und Blutvergießen bleibt es ähnlich statisch wie die Puppe selbst. Ein paar stimmungsvolle Szenen werten das Geschehen zwar merklich auf, doch Alpträume dürfte dieser vergleichsweise harmlos wirkende Horror wahrlich nicht verursachen.
4,5 von 10



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