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Nummer 1 , ein amerikanischer Anwalt , der sich darauf spezialisiert hat das Geld reicher Krimineller zu verstecken , wacht mit einer Bombe und einem Zeitzünder um den Hals in einem Bus mitten in Dakar , der Hauptstadt des Senegal , auf . Er weiß zwar noch , wer er ist , aber nicht , wie er vom Flughafen in den Bus gekommen ist oder was die Bombe soll . Da erhält er aber auch schon den Anruf eines geheimnisvollen Mannes , der ihm eröffnet , dass er fünf Aufgaben für Nummer 1 hat . Schafft es Nummer 1 innerhalb von zehn Stunden diese zu erfüllen , wird er von der Bombe befreit , ansonsten explodiert sie . Widerwillig macht sich Nummer 1 daran den Worten des Mannes zu folgen , da trifft er auch schon auf einen zweiten Amerikaner , der auch eine Bombe um den Hals trägt ...  

Westliche Filme , die auf dem afrikanischen Kontinent spielen , sind bis heute nicht so häufig und noch seltener wagt man sich in die Slums einer Großstadt wie Dakar . " Zero " wagt diesen Schritt , kann aber dennoch nicht so richtig überzeugen .
Schauspielerisch ist dabei den beiden Hauptdarstellern nichts anzukreiden , doch wird man mit den Figuren auch nie richtig warm . So ist Nummer 1 , wie erwähnt , ein Anwalt , der Verbrechern beim Verstecken ihrer Beute hilft , und Nummer 2 ein schweigsamer und schnell zuschlagender Gangster . Das man mit solchen Personen nicht unbedingt Sympathie empfindet , wenn sie sich nicht noch charakterlich entwickeln oder generell einfach nette Kerle sind , verwundert nicht , selbst wenn beide als Männer dargestellt werden , die ihre Familie lieben ( als ob das nicht immer so wäre ) .  
Die Aufgaben sind dagegen kaum der Rede wert . Man fährt oder rennt durch Nebenstraßen von Dakar , gibt jemandem mal einen Ring oder eine Uhr oder nimmt ein Handy von einem bekannten Boxkämpfer an sich . Das alles ist schnell erledigt und meist wissen die Figuren gar nicht genau , was sie da eigentlich tun und dem Zuschauer geht es ebenso . Wenn die beiden bei ihrer schwierigsten Aufgabe , bei der sie einen Mann vor einer Drogenbande retten sollen , sich einfach mit Geld aus der Affäre kaufen , sieht man , dass es dem Drehbuch an originellen Ideen mangelte .  
Zwar gibt es am Schluss noch eine einigermaßen schlüssige Erklärung für die Erpressung zweier Amerikaner ( die Taten hätte nämlich sonst auch jeder Senegalese ausführen können ) , doch befriedigend fällt die nun auch nicht aus .  
Größte Pluspunkte des Films sind eindeutig eine gewisse Dynamik , die Szenerie von Dakar und der Hauch Exotik , den sie versprüht . Allerdings nicht die Exotik eines tropischen Inselparadieses , sondern jene einer im Müll , Zerfall und Chaos versinkenden Stadt . Durch ein solches Szenario würde James Bond höchstens mal mit einem Panzer durchbrettern und ein paar Marktstände umnieten ( natürlich ohne je einen Unschuldigen zu erwischen ) , doch " Zero " widmet sich diesen Kulissen ausführlich .  
Trotz des faszinierenden Settings , ließ mich der Film ziemlich unbefriedigt zurück und mit dem Gefühl , dass da noch mehr drin gewesen wäre . 

*** Der Film wurde im englischen Original gesehen !!!

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