Lange muss man nicht grübeln, um welche Form von Monster es sich bei vorliegendem Actioner handeln dürfte. Dass die Bedrohung dennoch eher Züge einer Zombieapokalypse aufweist, liegt an der erzählerischen Anordnung.
Der letzte Supervollmond hatte es in sich und verwandelte Milliarden von Menschen in Werwölfe. Nun droht ein neuer Supervollmond und während Spezialisten um Wes (Frank Grillo) und Amy (Katrina Law) an einem Gegenmittel forschen und sich einen Weg durch die Stadt bahnen, verschanzt sich Lucy (Ilfenesh Hadera) mit ihrer kleinen Tochter im Haus…
Die Ausgangslage einer globalen Pandemie ist immerhin ausbaufähig, wobei sich die Handlung natürlich nur auf wenige Handlungsorte beschränkt. Die Szenerie erinnert unweigerlich an die aus der Reihe „The Purge“, wenn sich Menschen aufgrund einer zeitlich begrenzten Bedrohung verschanzen, wogegen die Odyssee der beiden Wissenschaftler eher an ein Survivalgame in Richtung „Resident Evil“ angelehnt ist.
Okay, Grillo in der Position eines führenden Molekularbiologen kann man abhaken, aber den ehemaligen Soldaten nimmt man ihm durchaus ab, wenn er den behaarten Biestern ordentlich einheizt. Jene stammen mehrheitlich nicht aus dem Rechner und sind effektiv gestaltet, lediglich der schmale, an ein Krokodil erinnernde Kopf irritiert ein wenig. Zuweilen schlagen die Viecher mit ordentlich Wumms zu, sie hinterlassen bis auf Fleischwunden und abgeschlagene Köpfe allerdings nicht allzu viele explizite Gewalteinlagen.
Da die Handlung mehrheitlich in zwei Stränge aufgeteilt ist, besteht ein fast konstant flottes Tempo mit viel Bewegung und einigen spannenden Einlagen, wobei die Action aufgrund des eher geringen Budgets die großen Schauwerte ausklammert, sich mithilfe von effektiv gestalteten Requisiten und Bauten aber ganz gut über Wasser hält. Während dennoch einiges zu Bruch geht und die Nebelmaschine hin und wieder zum Einsatz kommt, gestaltet sich das Verschanzen im Haus während des letzten Drittels fast spannender als der Spießroutenlauf durch die Stadt.
Zwar fallen die Figurenzeichnungen ein wenig mager aus und auch schauspielerisch wird wenig gefordert, doch der Score treibt passabel an und auch sonst ist handwerklich nicht viel zu bemängeln. Während sich die Geschichte eher überraschungsfrei entfaltet, werden Horrorfans und Actionfreunde gleichermaßen okay bedient, wobei ihm die überschaubare Laufzeit von 87 Minuten vorm Abspann durchaus zugute kommt.
6,5 von 10