Durch die Anwesenheit von Don Johnson veredelter Thriller um einen größeren MacGuffin, mit zu Beginn operativen Bildern, einem drängenden, hupenden Vorauf, man geht auf Tempo und Eile, in den Self Storage, die Zeit rast, sie muss präzise eingehalten werden, die Kühlkette, sonst war alles umsonst, sonst viel Ärger gemacht. Zu spät kommen hier einige ganz unterschiedliche Personen, ein Rennen gegen das Uhrwerk, clockwise die Methode, das Motto, Probleme gleich von Anfang an, mindestens derer vier zur selben Zeit:
Jacksonville. Die junge Collegestudentin Laurie Saltair [ Isabelle Fuhrman ] führt während der Erkrankung ihres Vaters vorübergehend eigenständig ein Lagerungsraum außerhalb der Stadt, und wohnt auch dort, die diversen Container wurden um das ursprünglich alleinstehende Haus herumgebaut. Eigentlich möchte sie ihren bevorstehenden 25. Geburtstag bei ihrem Freund Jordan [ Anirudh Pisharody ] in Nashville verbringen, allerdings fällt ihre Kollegin Marcy [ Jenna Z. Alvarez ] unverhofft aus, und das Firmenlogo bietet 24-stündigen Service an, sodass sie sehr zum Verdruss ihres Partners die Reise absagt. Als mitten in der Nacht plötzlich ein sichtlich aufgewühlter Mann namens Julius Hunsaker [ Don Johnson ] in ihrem Büro auftaucht und Zugang zur Einheit 234 haben möchte, ohne sich entsprechend als rechtmäßiger Besitzer ausweisen zu können, verweigert sie den Zugang, und schaut neugierig geworden selber in dem Lager nach. Dort liegt ein verletzter Mann namens Clayton [ Jack Huston ], gefesselt mit Handschellen auf einer Krankentrage; währenddessen wird im Auftrag von Julius das Gelände von mehreren bewaffneten Männern gestürmt.
Figuren werden vorgestellt, haben was vor, werden an ihrem Vorhaben gerichtet, ein Streit bricht aus, ein Geburtstag im Ärger, ein Frust bricht sich Bann, das ist noch das geringste Problem, Johnson ist bald im Bilde, er macht den richtigen Trubel dann. Deals werden gemacht und nicht eingehalten Geschäfte vor den Toren der Stadt, die Waffe prompt gezogen, "I just wanna talk!" Der Darsteller hängt sich in seine Rollen rein, das unterscheidet ihn von anderen aus dem Milieu, er bekommt auch andere Projekte noch, ist angesehen, hat seine Reputation, ein Toter per Kopfschuss gleich an Bord. Das war nicht der Plan, die Zeiten haben sich geändert nur, sie werden sich noch mehr ändern, eine Lagerhalle unter Belagerung, im TV läuft Tennants eigener Hitch - Der Date-Doktor, vielleicht nicht das beste Unterhaltungsprogramm, damals ein Hit aber, im Kino, hier ist bloß On Demand. Hab und Gut der Menschen wird hier aufbewahrt, ausgelagert, für spätere Anlässe aufbewahrt, Konsumgüter und Erinnerungsstücke, die man derzeit nicht benötigt, für die man kein Platz hat in eigener Umgebung. 80/20 lautet die Regel, vier Fünftel soll man in der Wohnung belassen, ein Fünftel Platz, bei Neuanschaffungen Altes aussortieren, es gibt noch strengere Verfechter, die Kondō-Methode, der Minimalismus, der wird eher hier im Film gepflegt und gehegt, eine einfache Prämisse, Jemand will etwas haben, Jemand wird Zeuge dessen, außerdem gibt es Überwachungskameras, immer ein schlechtes Zeichen, dafür ein erstes freundliches Gespräch, der Name stimmt, das Foto nicht.
Gehandhabt ist das durchaus spannend, das Gespräch wird schnell intensiver, ebenso wie der Film, eine grundsolide Tätigkeit, Johnson und die jüngere Frau spielen das intensiv, es wird auf Konfrontation gegangen, es geht viel schief. Der erste Versuch scheitert, es kann nicht dabei bleiben, man braucht das Produkt, man gerät in Schwierigkeiten. Zu viel Neugier wird gezeigt, Neugier auch beim Zuschauer erzeugt, ein gelungener Aufbau, immer eine Freude, immer ein Genuss, ein kleiner Film, aber mit Bewusstsein und Anstrengung, übersichtlich gehalten, mit einer Identifikationsfigur und entsprechender Inklusion, dazu eine Nemesis, der "Kunde" hier nicht König, eher der Teufel in Person. Ein Countdown wird angezeigt, die Frist läuft ab, filmische Zeit dann gefilmte Zeit, eine furchtlose Heldin, die trotzdem sich erschreckt, die trotzdem vor Angst zurückweicht und schreit. Ein lebendes Objekt hier in der Storage Unit, eine Falle bereitet, eine Organtransplantation ohne Einwilligung, mehr als eine Körperverletzung, das Handy kaputt, der Strom schaltet sich ab, das Telefon funktioniert, die üblichen Zutaten, abgeschnitten von der Öffentlichkeit. Der erste Gedanke wäre Flucht, hier ist es Befreiung, ein altruistisches, positives Denken und Verhalten, das zweite Drittel bereits die Jagd, das Versteckspiel, Hide-and-Seek in einer verwinkelten, aber dennoch überschaubaren Einheit.
Zu guter Letzt ist es spätnachts und am Regnen wie wild, ein Wetter, bei dem man kein Hund vor die Tür schicken würde, der Operierte auch eher ein Klotz am Bein, verletzt und erschöpft, die junge Frau theoretisch keine Gegenwehr, zu dünn, zu klein, zu jung, ein normaler Mensch unter Gangstern hier, die einzige weibliche Person auch, gut gespielt und präzise im Sein. "A bad night for both of us", eine Selbstständigkeit, mit Pfefferspray hantiert, eine kurze Möglichkeit der Verteidigung, bald wird geschossen, obwohl man das Opfer lebend benötigt, viele Schergen, wenig Grips, viele Gänge, alle gleich aussehend, alle verwirrend, ein Stift in die Halsschlagader gerammt, eine Kugel in den Fuß, ein Verbluten noch vor Ort, der erste Gegner ausgeschaltet. Inszeniert ist das meist stabil, die Kamera still, die Bewegung durch die Figuren, aus der Ferne betrachtet und der Nähe, zwischen Büro und den Containern hin und her, darum ein hoher Maschendrahtzaun. Auch Johnson geht in die Initiative, mit einem Golfschläger als Waffe, der Lagerraum bietet viele Möglichkeiten von Angriff und Verteidigung, "One down, four to go", immer noch eine Überzahl, besser bewaffnet auch, es wird sich umgeschaut, nach Alternativen gesucht, die Möglichkeiten sind nicht unendlich, zwischendurch werden die Sekunden heruntergezählt, vor einem Durchbruch und einem Ausbruch an Brutalität. Actionszenen selber sind in dieser Kombination natürlich überschaubar, also gering schon im Ansatz, Fluchtversuche werden gewagt und zuweilen auch erfolgreich durchgezogen, aber wieder unterbunden, zudem füllt sich das Warenlager langsam, aber sicher mit Leichen, "I come bearing gifts." Phasenweise wird gar so etwas wie Gauneranstand, Ganovenehre etc. gezeigt, "We are all guilty of something.", der Abend und die Nacht verläuft für alle Beteiligten nicht so wie gedacht, "God works in mysterious ways", es werden willkommene und weniger willkommene Überraschungen und unliebsame Erkundungen gemacht.