Basierend auf seinem gleichnamigen Kurzfilm offenbart Co-Autor und Regisseur Michael S. Ojeda, wie schonungslos brutal es in einigen südamerikanischen Ländern zugeht, sobald Drogen und Korruption im Spiel sind.
Auftragskillerin Dominique (Oksana Orlan) wollte eigentlich in Südamerika einen neuen Lebensabschnitt einläuten, doch ihr kleiner Flieger wird abgeschossen, wonach sie die Verantwortlichen ausschalten kann. In einer Bar lernt sie den Cop Julio kennen, der als V-Mann gegen seine korrupten Kollegen Beweise sammelt. Kurz darauf gerät Julios Schwester und ihre Familie ins Visier der skrupellosen Cops…
Orlan, ein ehemaliges ukrainisches Model, erweist sich als gute Wahl für die toughe Heldin, die lediglich Nuancen einer Entwicklung durchmacht. Die wortkarge Dame hat es nicht so mit Gefühlen und stößt bei der chaotischen Familie auf das genaue Gegenteil, wo impulsiv gestritten, aber auch süße Momente geteilt werden. Nach dem knackigen Einstieg ist dieser ruhige Teil durchaus notwendig, um einerseits die Kontraste herauszufiltern und andererseits eine Bindung zu den Guten aufzubauen.
Als das Haus dann irgendwann von einer Einheit belagert wird, setzt die Action zwar nicht ganz auf Dauerfeuer, doch trotz kurzer strategischer Pausen gibt es einen immens hohen Bodycount. Leider schimmern hin und wieder schwache CGI in Form von Blutspritzern, Feuer oder kleinen Explosionen durch, wogegen die handgemachte Effekte absolut in Ordnung gehen. Die schlichte Lokalität fördert ein wenig klaustrophobische Momente zutage, doch sie ist zweckdienlich, ähnlich wie der passable Score.
Über weite Teile fällt die Handlung natürlich eher formelhaft, schlicht und meistens vorhersehbar aus, - nicht jedoch, was einige personelle Schicksale betrifft. Zwischenzeitlich wird man von einigen plötzlichen Abgängen überrascht, während die Bösewichte garstig genug handeln, um eine Auftragskillerin deutlich sympathischer zu finden.
Ganz am Ende hätte man sich vielleicht etwas mehr zelebrierte Konsequenz gewünscht, doch es mag auch sein, dass bei Zeiten an einer Fortsetzung gearbeitet wird.
Letztlich überzeugt die Action einschließlich sauber choreographiert Fights, bei denen ebenfalls keine Gefangenen gemacht werden. Innerhalb der 100 Minuten entstehen keine nennenswerte Längen, die Chose ist treffend besetzt und trotz nicht allzu üppigen Budgets passabel ausgestattet und in Szene gesetzt. Wer nicht gerade auf einen Meilenstein des Genres setzt, dürfte hier solide unterhalten werden.
Knapp
7 von 10