Auf den Spuren des Schweden?!
Ein-Frau-Killermaschine Dominique wird von russischen Mobstern verfolgt und landet unfreiwillig in einem südamerikanischen Kaff. Dort sieht sie sich mit dem Kartell, Gewalt an Frauen und Korruption konfrontiert... was die Soldatin bzw. Ex-Auftragskillerin natürlich nicht auf sich und ihrem Geschlecht sitzen lässt!
Rambonette ist gar nicht nett
"Dominique" ist klassische DTV-Action - nur mit heutiger Frauenpower. Aber fragt mal Michelle Yeoh oder Cynthia Rothrock, auch die Mädels konnten "damals" schon auf die Kacke hauen. Das ist gar nichts allzu Neues. Doch egal ob in den Videotheken der frühen 90er oder dem Hong Kong-Actionkino oder eben dem Streaming in 2024 - eine weibliche Actionheldin die in arschige Männereier tritt (und ballert!) funktioniert immer. Und nicht weniger und nicht mehr ist "Dominique". Regisseur Michael S. Ojeda hatte ich nach dem bockstarken "Savaged" von vor nun auch schon über 10 Jahren (!) etwas aus den Augen verloren. Richtig durchgestartet ist er scheinbar nie, um es mal freundlich auszudrücken. Doch in Zeiten wo selbst Rambo in südamerikanischen Betonwüsten wildert, kann er mit seiner "Dominique" sicher die ein oder anderen ausgetrockneten Actionkehle kühlen. Oksana Orlan macht das gut in ihrer stoisch-kaputten Art. Die Kills und Kämpfe sind durch die Bank garstig und roh. Da wird nicht lange überlegt geschweige denn Gefangene genommen. Da werden Kehlen durchgeschnitten und Körper durchlöchert als wäre es Tagesgeschäft. Die Grenzen zwischen Gut und Böse, Krieg und Frieden, Gangstern und Geiseln verschwimmen. Das schwitzige Südamerika-Feeling ist am Start. Abgefuckt und böse. Klischees auch. Zu allem und jedem. Und es sind eben diese billig-sympathischen Lebenszeichen des schrumpfenden Indie-Action-Kosmos', die einem Hoffnung und Spaß machen. Da bin ich simpel gestrickt. Ohne jetzt in Jubelstürme auszubrechen. Auf keinen Fall. Dennoch gerne gesehen, nicht immer komplett durchschaubar und all in all weiterempfohlen. Zumindest für die Zielgruppe. Auch wenn es zwischen den deftigen Gewalteruptionen auch mal zu Dürrephasen und stoischem In-die-Gegend-Starren kommen kann.
Rose Scorpion vs. "Narcos"
Fazit: raue und ruppige (Frauen-)Action im oldschooligen Indiegewand. Straight, staubig und wortkarg. Wie einst Lundgren oder Sly - nur mit weniger Kohle und (minimal) mehr Östrogen. Funktioniert. Ist aber kein großes Kino. Muss es aber natürlich auch nicht immer sein. Bellt nicht sondern beisst.