Aus den Tiefen der deutschen Komödienlandschaft…05.08.2025
Der Rahmen
Was bezahlt man nicht alles mit seinen Steuern…und dann wundert man sich, welche Filme oder Medienproduktionen von der Filmförderung unterstützt werden und welche nicht…ich kenne aktuell ein Beispiel einer geplanten, innovativen Webserie, die nicht gefördert wird, weil „Social Media und Webserien, das ist doch nur Werbung…“, so das beratende Gremium. Gefördert stattdessen drei Fernsehserien und Bully Herbigs zweiter Manitoufilm…so ist das hier, im Land der alten Menschen. Genau für diese ist auch der vorliegende Film gedacht, der nun wirklich das Rad nicht neu erfindet, nicht mal einen Teil davon, sondern lieblos alles aneinanderhängt, was man aus zahllosen anderen deutschen Komödien sattsam kennt.
Drei Paare samt erwachsenen Kindern treffen sich in einem Luxushotel in Tirol, denn eine Hochzeit steht an. Die Personen kennen sich seit dem auch nur ein etwas besseren Der Vorname, und sie dürfen hier tief in den Niederungen der Drehbuchhölle schwelgen. Es geht ums Gendern, um Non-binäre Menschen, um das I-Wort und das N-Wort, gegen die Autofahrer, die Reichen, für neue Sensitivity-Programme, dazu noch um sexuelle Belästigung, Helikoptereltern, lesbische Leihmütter und Bitcoins. Genau. Reicht. Und das alles komprimiert in weniger als 90 Minuten, verpackt in gestelzte, so treudeutsche Dialoge, daß es einen wirklich würgt.
Gucken oder nicht?
Auf gar keinen Fall.
Warum?
Es gibt nur einen einzigen Grund diesen Film zu sehen, aber nur, wenn man dafür weder Eintritt noch Leihgebühr bezahlen muß: wir alle haben ihn mit unseren Steuergeldern bezahlt. Ansonsten ist das hier eine unglaublich langweilige, zu jeder Sekunde vorhersehbare Müllproduktion, bei der sogar die Schauspieler wirken, als seien sie durch Beruhigungsmittel auf Autopilot geschaltet. Kollege Herbst spielt die gleich Rolle, die er nun schon seit vielen Jahren verkörpert, blasiert, genervt, Iris Berben ist einfach nur noch schlimm in ihrem Abonnement auf die doch noch so junge Großmutter, die auch gerne mal einen Joint durchzieht…und der Rest des Ensembles ist langweilig, unauffällig und so überflüssig wie der gesamte Film. Es reicht nicht einmal zu ein paar Schmunzlern, im Gegenteil, je länger der Film läuft, um so mehr ertappt man sich dabei zu raten, welche Problematik man noch aufgreifen wird…und da ist noch einiges: ein Knoten in der Brust, Höhenangst, die Unzufriedenheit mit dem eigenen Vornamen…wirklich schlimm.
Die Note
Deutsche Filme haben es bei mir immer schwer, Komödien noch mehr, aber dieser Film ist wirklich ein Schlag ins Gesicht jedes denkenden Zusehers. Man langweilt sich nach zehn Minuten, hofft auf Besserung, aber die kommt nicht. Zu keiner Zeit, und daher noch ganz knappe 3/10.