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Nach einem mysteriösen Unfall zieht Harper mit ihrem Baby zu ihrer Mutter Sadie. Doch die Atmosphäre dort ist alles andere als herzlich – eher kühl und angespannt. Die neue, merkwürdige Haushaltshilfe scheint Harper ständig zu überwachen. Dazu kommen unerklärliche Geräusche, und immer wieder dringen Vögel ins Haus ein. Harper beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln. Doch tatsächlich hat sich eine unheimliche, uralte Macht im Haus eingenistet – und die hat es auf das Baby abgesehen.

Um Gottes Willen, Spukhaus-Film Nummer 38.920 – was soll uns da bitte noch Neues geboten werden, was wir nicht schon tausendmal gesehen haben? Genau das ist die Ausgangsfrage. Doch BEDLAM ist tatsächlich etwas anders gelagert und eben kein klassischer Spukhausfilm.

Zunächst einmal ist die Mischung aus Familiendrama und Horror ein schwieriger Spagat, der schon öfter ordentlich in die Hose gegangen ist. Hier funktioniert das Ganze allerdings überraschend gut.

Besonders auffällig ist der wirklich starke elektronische Soundtrack, der eine dichte und unangenehme Atmosphäre erzeugt. Dem Sounddesigner muss man ein extra Lob aussprechen – seine Klänge sind teilweise richtig schön creepy und werden gezielt eingesetzt.

Die Hauptdarstellerin bleibt leider eher Mittelmaß und neigt an manchen Stellen zum Übertreiben. Die Nebenrollen hingegen sind ordentlich besetzt, und mit Corbin Bernsen hat man sogar einen alten Bekannten für einen kurzen Auftritt aus der Versenkung geholt.

Ein klarer Pluspunkt ist die Wendung am Ende, die meiner Meinung nach nicht wirklich vorhersehbar ist. Der Film verzichtet dabei komplett auf einen klassischen Showdown und endet eher unspektakulär – was aber erstaunlich gut zum zuvor Gezeigten passt. Insgesamt ist BEDLAM sehr ruhig inszeniert und kommt fast ohne Blut aus, was nicht jedem gefallen dürfte.

Fazit: Für Freunde des subtilen Horrors definitiv einen Blick wert, auch wenn der Familiendrama-Anteil ruhig etwas weniger Raum hätte einnehmen dürfen. Die Stimmung passt aber.

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