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Der folkloristische Ausdruck „Beldham“ bezeichnet eine alte vogelähnliche Frau, die sich von den Seelen kleiner Kinder ernährt. Dieser Hexenkontext, den uns eine Texteinblendung gleich zu Beginn liefert, ist für diesen Film allerdings viel zu simpel und kratzt nur an einer der vielen Bedeutungsebenen, die uns in den nächsten knapp anderthalb Stunden offeriert werden. 

Dabei ist die Situation des Films auf den ersten Blick sehr simpel: die junge Mutter Harper zieht mit ihrem Baby bei ihren Eltern ein, die zudem die junge Sadie als Tagesmutter eingestellt haben. Harper ist darüber wenig erfreut, allerdings stellt sich nach und nach heraus, dass es wohl einen Vorfall gab, der eine etwas engere Überwachung der jungen Mutter erforderlich macht. So freunden sich Harper und Sadie schließlich sogar an. Dennoch schläft Harper sehr unruhig und findet in den Schränken und Kellerräumen des alten Elternhauses Hinweise auf eine düstere Vergangenheit. 

Mutterschaft, das Verhältnis zwischen Eltern und Kind, das Alter, der Tod und psychische Störungen sind Themen, die der Film verhandelt oder streift und damit z. B. mit Natalie Erika James’ RELIC (2020) in guter Gesellschaft ist. So vage dies klingt, so mysteriös fühlt sich THE BELDHAM auch an. Der Film lässt uns bis zum Schluss im Unklaren, was hier eigentlich vor sich geht, ist dabei aber so atmosphärisch dicht und bisweilen so creepy, dass man als mitdenkender Zuschauer stärker involviert und gefesselt ist als von den zahlreichen Jumpscaregeisterbahnen, die in Hollywood sonst so herumspuken. 

Die Auflösung des Geheimnisses ist dann so einfach wie verblüffend – und so hat man einen solchen Twist tatsächlich noch nicht gesehen.

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