Review

Obwohl gar nicht mal alt, besitzt der erste Gladiator schon Klassiker-Status. Und Klassiker kopieren ist meistens eine schlechte Idee. Wenn nun aber derselbe Regisseur ans Werk geht, darf man auf das Ergebnis gespannt sein. Natürlich ist das ganze schief gegangen!

Weil hier ein Ridley Scott am Werk war, sieht das optisch wirklich überwältigend aus. Wobei die größten Schauwerte eigentlich schon in der ersten Schlacht zu Beginn des Films vorkommen. Spätere Highlights wie der Schiffskampf in der Arena sehen zwar klasse aus, wirken nun aber nicht sehr realistisch. Die Handlung ist eine Variation des ersten Teils und nicht weiter der Rede wert, wobei es das Imperatoren-Brüderpaar wohl wirklich früher gab.

Hauptproblem des Films sind die Figuren: Die einzige wirklich grundsympathische Figur (Pedro Pascal) segnet in der Filmmitte das Zeitliche, der Titelheld kommt maximal unsympathisch rüber, was seine schwache deutsche Synchro nicht besser macht. Paul Mescal versagt in diesem Film auf ganzer Linie und kommt nicht ansatzweise an das Charisma des Vorgängers heran. Ich persönlich fand auch Denzel Washingtons Bösewicht-Darstellung ziemlich misslungen. Washington-übliches Overacting wie in einem Shakespeare-Stück. Aber immerhin spielt er Mescal an die Wand.

Unterm Strich ein Abenteuerfilm, der optisch überzeugt und auch ganz gut unterhalten kann. Kann man durchaus sehen, aber im Vergleich zum Original wegen schwachen Figuren deutlich unterlegen.

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