Review

MAN-EATER - DER MENSCHENFRESSER

Ist wesentlich besser als die Quasi Fortsetzung “Absurd”, die ich nicht einmal ohne “Vorspulen” anschauen konnte, da der stinklangweilige Plot und die stümperhafte Umsetzung einfach zu stark an mir nagten und sich mir ein, noch nie zuvor gesehener Dilettantismus auftat.

Den Namen “Joe D’Amato” nebst seiner Handwerkskunst im Gedächtnis, überlegte ich ob ich mir “Man Eater / Antropophagus” antun sollte oder nicht.
Immerhin stammt der Film noch aus der Blütezeit der Splatterfilme und heimst dadurch bereits Pluspunkte bei mir ein. Moderne Möchtegern Horrorfilme im Hochglanzlook, garniert mit strunzdummen teeniedarstellern, nervtötender Chartmusik stehen bei mir ohnehin auf dem Index und werden schlichtweg ignoriert.

Mein anfängliches, zwiespältiges Gefühl wich nach kurzer Zeit und eine positive Stimmung machte sich breit. Man Eater ist um Lichtjahre besser als “Absurd/ Antropophagus II”, eine gute, typisch 70er/80er Jahre Euro-Horror Ästhetik, untermalt mit teilweise skurriler Musik, machen “Man Eater” zu einem gut gemachten Italo-Horrorfilm. Die Darsteller sowie deren Dialoge sind zwar, wie üblicherweise ziemlicher Durchschnitt, trügen aber deswegen noch lange nicht den Gesamteindruck den der Film bei mir hinterlassen hat. Tisa Farrow, die mir schon in “Woodoo und Finger -zärtlich und brutal” gefallen hat, liefert souveräne Arbeit und hätte ruhig in noch mehr Italo-Filmchen mitwirken können. Die sehr stimmige Atmosphäre des Films wird durch gut gewählte Schauplätze, einer soliden, stellenweise extrem gelungenen Kameraeinstellung wesentlich verstärkt und durch den passend minimalen “Soundtrack” abgerundet.
Man Eater strotzt zwar nicht vor Blut/Splatterorgien, weiß aber auch so zu gefallen. Vor allem die Szene in der Gruft, in der “Man Eater George Eastman den Embryo ißt”, haben einen morbiden, unheimlichen Flair (den ich in neuzeitlichen Horrorfilmen nicht ums verrecken finden kann).
Man Eater - Der Menschenfresser hat mich vollends überzeugt, wer von alten, italienischen Low Budget Filmen ein Mindestmaß an Atmosphäre, Aufbau und Darbietung erwartet, ist mit Man Eater gut beraten.
Die Super-8 Fassung die zusätzlich auf meiner DVD enthalten ist, stellt die in den Spätsiebzigern und Frühachtzigern käuflichen Super-8 Filme dar, die in einen Projektor eingelegt, ein geschmälertes “Heimkino” Flair erzeugten. Nachteil (manchmal auch Vorteil), war die durch das Super-8 Format bedingte Miniaturisierung , so dass Man Eater auf eine Laufzeit von ca. 30 Minuten schrumpfte. Doch auch die abgespeckte Super-8 Version hat einen guten Unterhaltungswert, der durch das Super-8 Format und dem daraus resultierende Look (Unschärfe, satte - dunkle Farbtöne, Verschmutzungen usw.), ein hohes Nostalgie Ambiente verbreitet.

Fazit:
Ein guter Italo-Schinken, den man aber auf keinen Fall mit D’amato’s “Absurd - nomen est omen” vergleichen sollte.

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