Vielversprechender Trailer, frühzeitig auf die Watchlist gesetzt. Dann Release mit grottig schlechtem Cover, unterirdische Bewertungen, vor allem bei imdb...
Also ich wurde schon mehr enttäuscht als hier. Vielleicht liegen die schlechten Votings daran, dass man mit Stallone als Zugpferd ein großes Big-Budget-Spektakel erwartet hatte, nachdem Stallone in letzter Zeit mit Tulsa King wieder im Aufwind war. Das ist es nun nicht, aber eben auch nicht der Bruce Willis-C-Streifen des Monats.
"Armor" bietet grundsolide B-Movie-Kost. Sicherlich nicht sonderlich spannend und auch bei weitem nicht so actionlastig wie z.B. die Expandables-Filme. Das liegt halt nun mal an der räumlich begrenzten Location auf einer Brücke in einem Geldtransporter. Vielleicht hätte man noch ein wenig Over-the-Top-Action einbauen können mit Brückeneinsturz oder zumindest höherem Bodycount. Das wäre dann aber zulasten der Glaubwürdigkeit gegangen und macht einen Film auch nicht gleich besser, was die zuletzt erschienenen "Brückenfilme" "The Bridge" oder "Project Silence" bewiesen haben. Und das will "Armor" auch gar nicht sein. Von einer berüchtigten Billigfilmfirma gemacht (Highland Filmgroup und auch Bondit Media waren beteiligt), aber durchaus nicht schlecht. Zumindest deutlich besser als die sonstigen Vertreter dieser Produzenten.
Die Story ist recht simpel, besitzt aber noch eine Hintergrundgeschichte, die zwar nicht besonders innovativ ist, aber halt erklärt, dass es mehr als um einen simplen Raubüberfall geht. Kamera und Sound geben ihr Bestes, der Film ist wirklich gut fotografiert und macht sogar einen recht hochwertigen Eindruck. Darstellerisch ist das auch ok, Jason Patric gefällt sehr, Stallone agiert ähnlich wie im Tulsa King, nur Dash Mihok übertreibts etwas mit seiner Psychonummer (Kann der auch anders? Ich seh den leider nur in solchen Rollen). Inszenatorisch ist das ein gutes B-Movie, deutlich besser als vergleichbare Billig-Filme. Wenn man also seine Erwartungshaltung etwas anpasst, bekommt man grundsolide Actionkost serviert. Nichts was besonders in Erinnerung bleiben würde, aber auch kein Film, bei dem ständig die Vorspultaste gedrückt werden müsste.
Für die handwerklich gute Umsetzung gibts dann noch einen Extrastern, ganz knappe 6 Sterne hat sich dieses Werk durchaus verdient.