Der ehemalige Polizist James Brody, der seit dem Unfall-Tod seiner Ehefrau dem Alkohol verfallen ist, verdingt sich aktuell gemeinsam mit seinem Sohn Casey als Geldtransport-Fahrer. Auf einer ihrer Touren werden die beiden auf der offenbar am wenigsten befahrenen Straße der ganzen Welt von dem Ex-Elite-Soldat Rook abgefangen und mit ihrem Cash Truck auf einer Brücke festgesetzt. Dieser hat es nämlich auf eine Kiste voll Kartell-Gold abgesehen, die James und Casey da unwissentlich durch die Gegend kutschiert haben. Während sich das Vater-Sohn-Gespann im Laderaum seines Panzerwagens verbarrikadiert, belagern Rook und seine schwerbewaffneten Leute den Wagen und suchen nach einem Weg, ins Innere zu gelangen und das Gold in die Finger zu kriegen... Da Sylvester Stallone schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat, muss er Gas geben, wenn er sich auf seine alten Tage noch ganz Bruce Willis-like die Karriere mit Auftritten in billigen B-Movies versauen will, aber was das Vorhaben anbelangt ist "Armor" definitiv schonmal ein Schritt in die "richtige" Richtung, denn das Ding ist eine unfassbare Vollkatastrophe, bei der es einem wirklich um jeden der beteiligten Akteure leidtut. Von den von mir bislang gesichteten Geezer-Teasern (natürlich: wieder mal produziert von Randall Emmett) ist das hier auf jeden Fall mal einer der miesesten und kaum mehr als "richtiger" Film zu bezeichnen, sondern bestenfalls noch der Versuch, durch das Aneinanderreihen von Szenen, die da in Folge sowas wie eine Geschichte erzählen sollen (tun sie nicht!) solange Zeit zu schinden, bis endlich der Abspann erreicht ist... quasi filmisches Stoffwechsel-Endprodukt, mit dem der Alt-Fan abgezockt werden soll, ohne ihm einen reellen Gegenwert für seine Kohle zu liefern. Texte werden aufgesagt, die Darsteller versuchen sich an einer Annäherung von Schauspiel und erwecken den Eindruck, dass ihre Handlungen und Aktionen irgendeine Relevanz hätten, um auf die Art bei dem Zuschauer die Illusion zu erzeugen, dass hier tatsächlich "irgendwas" passiert... doch ein Sinn hinter allem will sich nie ergeben und man könnte wahrscheinlich das Gros der Szenen wild durcheinanderwürfeln und neu zusammenmontieren, es würde echt keinen Unterschied machen! Die Millionen-Gage, mit der sich Sylvester Stallone seinen einen Drehtag doch hoffentlich hat vergüten lassen, hat die Produktion augenscheinlich an anderer Stelle wieder eingespart, denn die visuellen Effekte im Finale sind ganz einfach nur mega-scheisse und der gepanzerte Transporter, in und um den 95% der Handlung stattfindet und den Stallone und seine Schergen nicht geknackt kriegen, ist 'ne klapprige alte Kiste, die aussieht, als würde sie schon auseinanderfallen, wenn man mal sanft dagegen tritt. Und dass es mit "Armored" vor fünfzehn Jahren schonmal einen inhaltlich ähnlich gelagerten Geldtransport-Actioner gab, der besser besetzt und gemacht war, erwähne ich jetzt mal lieber gar nicht erst (hoppla, hab's doch erwähnt!). Sorry, Sly, aber du kannst nicht öffentlich über Streifen wie "Stop! Oder meine Mami schießt" und "Escape Plan 2: Hades" ablästern und dich dann für so einen Mist hergeben... da war ja selbst "Kitty & Studs" weniger peinlich, ey! Ich bin mir sicher, wenn man Stallone und Jason Patric einfach an irgendeinen Imbiss-Tisch gesetzt und zwei Stunden lang dabei abgefilmt hätte, wie sie ohne Drehbuch "Mein Essen mit André" nachspielen, wäre dabei vermutlich auch ein besserer Film herausgekommen als "Armor", denn das hier ist nur absolute Rotze, die sich nicht mal zum Wegstreamen für lau lohnt. Bleibt abschließend nur die Frage, ist nun der hier oder doch "The Bridge" der schlimmere Action-Streifen neueren Datums, der zur Gänze auf einer Brücke spielt...? Ich kann's nicht sagen...
2/10