B(itte nicht!)-Actioner
Den Gerüchten nach hat Sly für „Armor“ nur ein Tag vor Ort sein müssen und dafür über drei Millionen Dollar kassiert. Kann man mal machen. Aber muss oder sollte er das machen? Eher nicht, meiner Meinung nach. Denn „Armor“ ist fraglos einer der schlechtesten Thriller der letzten Jahre und er macht nahezu nichts aus seiner minimalistisch-spannenden Ausgangssituation über die sich ein Carpenter vor 40 Jahren gefreut hätte… Erzählt wird eigentlich auf dem Papier recht vielversprechend von einem Vater-Sohn-Gespann in einem Geldtransporter, der auf einer abgelegenen Brücke brach liegt - und es nähern sich Kriminelle von allen Seiten…
„Cash Truck“ auf Temu bestellt
„Armor“ ist eine der besseren filmischen Einschlafhilfen, die ihr dieses Jahr finden werdet. Früher wäre das tiefstes Videothekenniemandsland gewesen, heute eben Streamingfallobst. Die Darsteller und Figuren bleiben alle dermaßen vanilla, dass es fast schon wieder eine Kunst ist. Dass hart mit Stallone geworben wird ist eine Frechheit. Seine Autopilotperformance ist es ebenso. Und es dauert unendlich lange, bis das Ding überhaupt mal rollt. Und dann fallen Action, Inszenierung, Spannung komplett flach. Ich weiß echt nicht wirklich, was ich an „Armor“ beim besten Willen schönschreiben kann. Dabei will ich immer auch die positiven Dinge an Gurken nennen - hier jedoch ist das die schwerste Übung für mich. Dass diese schwitzige Südstaatenaurq manchmal okay rüberkommt, dass das Konzept eigentlich auch mit kleineren Mitteln nur aufgehen kann, dass es sowohl Autoaction als Shootouts gibt, dass die Ballereien zumindest auditiv ganz gut Wumms haben. Alles geschenkt. Das plätschert vor sich hin wie ein Katzenbrunnen. Schlecht bleibt schlecht, blass bleibt blass, belanglos bleibt belanglos, langweilig bleibt zum Teufel nochmal langweilig. In einen Werttransporter gegossenes Valium. Absolut verschenkte Zeit. Ganz bitter.
Unter Spannung wie eine verkochte Nudel
Fazit: was eine Fehlzündung von Actionfilm… Stallone, was bist du tief gesunken!