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Da der thailändische Originalfilm gleichen Namens (zumindest hierzulande) eher weniger Beachtung fand, war es nur folgerichtig, ein amerikanisches Remake zu drehen, welches sich mehr an der sozialgesellschaftlichen Hierarchie des dortigen Schulsystems orientiert. Der Studenten-Thriller driftet gar in die Gefilde eines Heist Movies ab, wo es phasenweise doch etwas hanebüchen zugeht.

2016: Studentin Lynn ist hochbegabt, besonders das Kalkulieren von Zahlen liegt ihr. Sie erhält ein Stipendium für eine elitäre Privatschule, wo rasch andere Schüler wie Schnösel Pat und seine Freundin auf sie aufmerksam werden und versuchen, Lynn für ihre Zwecke einzuspannen, um bei diversen Prüfungen die Ergebnisse heimlich zu übermitteln. Als die Direktion der Schule die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, müssen härtere Geschütze aufgefahren werden…

Was die Chose besonders im ersten Drittel unterhaltsam gestaltet, ist das Umfeld, in dem sich wahrscheinlich jeder mal befand: Prüfungsangst, Brett vorm Kopf und Aussetzer, mangelnde Konzentration und alles Erlernte scheint plötzlich dahin. Insgeheim hoffte man dann auf jemanden, der einen Spickzettel rüber schob, doch diese Zeiten sind vorbei und auch die Lehrer sind mit der Zeit gegangen. Wobei natürlich nach wie vor und allen Ortens weiterhin Schummeln und Täuschen an der Tagesordnung sein dürfte.

Hier kommt allerdings noch eine nicht unwesentliche Komponente hinzu: Lynn (und ihr sympathischer Vater) stammen aus China, genau wie der Kommilitone Bank, der seine Wurzeln in Nigeria hat und ebenfalls zum großen Schummeln beitragen soll. Demgegenüber befinden sich die reichen Snobs mit renommiertem Anwalt im Hintergrund in der Mehrheit und Geld regiert mal wieder die Welt. Für Lynn folgt ein moralisches Dilemma, sich auf die Seite der Benachteiligten zu stellen, ohne dabei ihre Grundwerte aus den Augen zu verlieren.
So wirklich „Bad“ ist dieses Genie also nicht.

Was folgt, sind einige recht absurde Täuschungen mit Fingergesten, die berühmten Pianostücken entstammen, was die Sache schon recht hanebüchen aussehen lässt, zumal jene Gebärden für Aufsichten während der Prüfungen wohl kaum zu übersehen sind. Dennoch ist eine gute Dynamik im Spiel und obgleich man auf einen größeren Coup hin arbeitet, ist das Tempo, bis auf kleine Zwischenmenschlichkeiten latent flott.

Während darstellerisch tauglich geliefert wird und der Score gut aufs Tempo abgestimmt ist, kristallisiert sich auch das Timing als Pluspunkt heraus. Der Unterhaltungswert ist nicht ohne, der anberaumte Anspruch hinsichtlich Sozialkritik bleibt indes etwas oberflächlich.
Ein harmloses, aber dennoch weitgehend gewitztes und zuweilen auch recht spannendes Treiben.
7 von 10
   

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