Für die B-Schmiede Nu Image ist die "Cyborg Cop" Trilogie eine Art Aushängeschild und zumindest das Original erfreut sich größter Beliebtheit bei den Fans. Doch von Sequel zu Sequel ließ die Qualität deutlich nach, womit "Cyborg Cop III" auch eindeutig den schwächsten Teil darstellt. Immerhin treten Bryan Genesse (Human Time Bomb, Cold Harvest) und Frank Zagarino (Warhead, Shadowchaser) als Buddy-Duo auf und man muss zugeben, die Chemie zwischen den Beiden stimmt, leider sind die Dialoge kaum mit Wortwitz versehen, hier fehlt jeglicher Pepp, wobei die deutsche Synchro auch wirklich sehr lustlos daherkommt. Yossi Wein (Never Say Die, Octopus 2) ist als Kameramann wesentlich begabter, als Regisseur fehlt ihm das Timing, sowie jegliche Kreativität, hierüber spricht "Cyborg Cop III", übrigens seine dritte Regiearbeit; Bände.
Die beiden Kopfgeldjäger Max (Bryan Genesse) und Saint (Frank Zagarino) sollen die Journalistin Eveylyn (Jennifer Miller) finden, die ein wichtiges Computerteil bei der Firma "Delta Tech" gestohlen hat. Doch hinter der Geschichte steckt wesentlich mehr, denn Konzernchef Sheen (Ian Roberts) verwandelt Studenten in seelenlose Cyborgs, um diese ins Ausland zu verkaufen. Max und Saint schlagen sich schließlich auf Eveylyns Seite und bekämpfen "Delta Tech" mit allen Mitteln. Doch die halten mit ihren Kampfmaschinen dagegen.
Mal wieder ein skrupelloser Konzern steht im Fokus, dessen geldgieriger Leiter eine Universität als Tarnung benutzt. Hier wird als Fassade mit Radioaktivität geforscht, doch in Wirklichkeit werden insbesondere Sportstudenten in Cyborgs umfunktioniert. Die Chose wirkt natürlich unfreiwillig komisch, besonders wie leicht Eveylyn hier wichtiges Equipment entwenden kann. Und warum lässt Sheen seinen besten Wissenschaftler Dr. Phelps (Michael Brunner) hinrichten, obwohl erst ein paar Cyborgs fertgiggestellt sind? Hirn ausschalten und durch lautet hier die Devise, dann kann man mit "Cyborg Cop III" durchaus seinen Spass haben. Max und Saint funktionieren als Team ganz gut, hätte man sich doch nur bei den Dialogen mehr Mühe gegeben. Aber dafür erzählt Wein mit moderatem Tempo und die Verfolgungsjagd per Flugzeug zu Beginn ist eine nette Idee, auch wenn die spektakuläre Note fehlt. Gründlich misslungen ist den Machern der Score. Selten hat man so schräge und unpassende Sounds serviert bekommen, auch bei den Locations muss man Abstriche hinnehmen. In kargen Bauten, auf verlassenen Industriegeländen oder auf einem Schrottplatz durfte sich Wein so richtig austoben. Ist alles recht monton, dennoch muss man "Cyborg Cop III" positiv anrechnen, dass hier so gut wie kein CGI zum Einsatz kommt.
Hauptsächlich zählen bei solch einem Machwerk die Actionszenen und diese hat Wein gut im Film verteilt. Langeweile kommt kaum auf und von Verfolgungsjagden, über Kloppereien bis hin zu Shootouts ist alles vorhanden. Allerdings sollte man in Punkto Qualität nicht allzu viel erwarten. Die Verfolgungsjagden per Auto und Flugzeug gehen in Ordnung, leider kommen die Keilereien zu kurz. Max und Saint dürfen immer nur ganz kurz austeilen, ein längerer Zweikampf kommt nie zu Stande, auch die Choreographien sind eher mäßig. Genauso bei den Shootouts, also lassen die Macher alles in die Luft fliegen, was nur möglich ist. Die vielen Explosionen sind zwar mager, aber immerhin handmade. Allerdings ist es schon lächerlich, wieviel Munition hier verballert wird, ohne das Ziel zu treffen, auch die Cyborgs schießen immer daneben. Obendrein klingen die Waffen dermaßen unecht. Auch bei den Brutalitäten hält man sich hier im Gegensatz zu den beiden Vorgängern sehr bedeckt. Ein Genickbruch, vereinzelt blutige Einschüsse und eine lebende Fackel, im Endeffekt heute ein Kandidat für eine Jugendfreigabe.
Man sollte für die Art von Film empfänglich sein, dann kann man sich hier amüsieren. Die doofe Story, eine langweilige Optik und den miesen Score muss man ertragen, aber Genesse und Zagarino machen das Beste daraus. Die Actionszenen sind nicht nur gut im Film verteilt, sondern auch passabel gemacht. "Cyborg Cop III" ist damit schwächer als die Vorgänger, doch wer die schon mochte, wird auch hier seinen Spass haben. Von mir gibt es 4,5 Punkte.