Review

Dieses Finale einer Trilogie erinnert in der Art der Inszenierung an einen Buffy-ähnlichen Piloten: Schnell abgedreht und auf das Nötigste beschränkt. Entgegen der niedrigen Erwartung gegenüber dahingeklatschten, modernen Vampirfilmen, ist „Dracula Legacy“ aber erfreulich solide und unterhaltsam ausgefallen.

Der Priester Uffizi und sein Weggefährte Luke begeben sich nach Rumänien, wo in naher Zukunft bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Selbst die NATO kann die Lage nicht kontrollieren, denn immer mehr Menschen werden von den „Beschaffern“ entführt und den Untoten als Opfer gebracht. Da sich auch Lukes Freundin in der Gewalt Draculas befindet und Uffizi gegen die eigene Verwandlung ankämpft, wird die Zeit knapp…

Bereits zu Beginn geht es ordentlich zur Sache, wenn die beiden Vampirjäger auf einem Bahnhofsgelände in Berlin gegen zwei Untote kämpfen. Man spürt gleich, dass da handwerkliches Geschick vorhanden ist und das soll im Verlauf noch deutlicher werden.
Richtig stimmungsvoll wird es, als die beiden Helden in Rumänien eintreffen und eine Altstadt betreten, in der um ein Karussell herum Leichen liegen und eine alte Kirche als Zufluchtsort dient.
Der Dreh an Originalschauplätzen, eingebettet in leichte Gelbfilter, erweist sich hier als beste Wahl, denn die Kulissen tragen hervorragend zur dichten Atmosphäre bei, was im letzten Drittel in der Burg Draculas am deutlichsten wird.

Für Spannung wird indes ebenfalls gesorgt, obgleich es ein paar Vampirattacken mehr gut vertragen hätte, wie die eines Untoten auf Stelzen.
Einige passable Splatter-FX gibt es ebenfalls zu sehen, hauptsächlich durch Pfeile und Sichel hervorgebracht. Hier hätte man ruhig etwas expliziter herangehen können, denn besonders gegen Ende spritzt ziemlich viel Blut in die Kamera, die die Opfer jedoch nicht erfasst.
Darstellerisch verkaufen sich die Gestalten ganz gut, obgleich ich bei Rutger Hauer als Dracula zunächst so meine Zweifel hatte. Aber auch er verleiht dem Fürsten der Dunkelheit eine angemessene und zum Glück auch nicht überzeichnete Präsenz.

Somit hat Regisseur und Autor Lussier etwas Ordentliches aus dem altbekannten Thema geschaffen. Dass dabei Ähnlichkeiten zu Blade (Held ist selbst infiziert) entstehen, kann bei einem modernen Vampirfilm schon mal vorkommen. Und dass das große Schwert im Endkampf stark nach Kunststoff roch, ist auch zu verzeihen, denn insgesamt wurden meine niedrigen Erwartungen tatsächlich übertroffen.
7 von 10 Punkten

Details
Ähnliche Filme