Review

Zweites Billigsequel zu Albert Pyuns Kloppspektakel, das aber ähnlich mäßig wie die erste Fortsetzung ist.
Seit Teil zwei ist einige Jahre vergangen, Colson 'Colt' Ricks, der Held von „Cyborg 2“ ist verstorben, Cyborgdame Casella 'Cash' Reese (Khrystyne Haje), die Heldin von „Cyborg 2“, hat sich zurückgezogen und sucht nur wegen Schwäche eine befreundete Ärztin. Es sind nämlich Recycler wie Anton Lewellyn (Richard Lynch) unterwegs, die Cyborgs attackieren und für Ersatzteile ausschlachten. Lewellyn ist natürlich eine ganz fiese Möpp, sammelt die Augen seiner Opfer und nietet jeden um, der ihm im Wege steht.
Bei der Ärztin erfährt Cash, dass sie schwanger ist – was Cyborgs eigentlich nicht möglich sein sollte. Die Ärztin kann ihr als Hilfe nur den Namen eines zurückgezogenen Konstrukteurs geben. Cash macht sich auf die Suche, doch Lewellyn bekommt von der Sache Wind. Angesichts des Wertes eines Cyborgbabys macht er Jagd auf Cash…

Daraus hätte man wunderbar eine einzige Verfolgungsjagd im Stile des ersten Teils machen können, aber dessen Qualitäten erreicht „Cyborg 3“ nur in wenigen Momenten. Größtes Plus ist sicherlich die Endzeitatmosphäre im „Mad Max“-Stil: Staubige Wüsten, ein primitiver Stand der Technik, Wellblechhütten usw. An „Mad Max“ oder „Cyborg“ reicht man hier freilich nicht heran, aber teilweise ist „Cyborg 3“ schon stimmig, zumal Regisseur Michael Schroeder stellenweise schon für stimmige Bilder sorgt (eindrucksvoll ist sicher die Szene, in welcher die Motorradeskorte hinter dem Truck auf volle Breite ausschert).
Dafür offenbart „Cyborg 3“ schlimme Spannungsdefizite: Die Häscher hinken immer zweite Schritte hinterher und kommen Cash vor dem Finale nur einmal wirklich nahe, sodass die ganze Hatz wenig aufregend daherkommt. Zudem versucht „Cyborg 3“ in Philosophiediskursen, die man sonst nur von Albert Pyun selbst gewohnt ist, ödet aber hier nur an: Cyborgethik, Palaver über künstliche Babys und ähnlicher Ramsch langweilt nur und ist angesichts der stacksigen Dialoge teilweise sogar peinlich. Obendrauf gibt es dann noch fette Logikfehler und Unglaubwürdigkeiten, z.B. wenn ein Cyborg in der Freezone vehement plädiert die Flüchtigen raus zu werfen, zwei Sätze später aber zu einem ihrer glühendsten Befürworter wird.

Vor allem ist „Cyborg 3“, ähnlich wie der zweite Teil, im Bereich Action ziemlich mäßig. Ultrakurze Konfrontationen gibt es die meiste Zeit über zu sehen, nur im Finale dreht „Cyborg 3“ dann auf einmal richtig auf: Es explodiert an allen Ecken und Enden, der Munitionsverbrauch steigt rapide in die Höhe und Evan Lurie spendiert man zwei schicke Martial Arts Einlagen. Zudem ist der Härtegrad im Finale nicht zu verachten: Gebrochene Genicke, abgeschlagene Köpfe und blutige Einschüsse machen Laune. Auch die Effekte (z.B. bei Cyborg-Operationen) sind vielleicht nicht state of art, aber auf gutem B-Niveau.
Die Besetzung von „Cyborg 3“ ist prominent, aber viele Darsteller werden verschenkt: Malcolm McDowell wird auf dem Cover der UK-DVD an erster Stelle genannt, hat aber nur zwei kurze Szenen am Anfang, Michael Bailey Smith und Evan Lurie als Cyborgs in der Freezone sind chronisch unterbeschäftigt. Dafür ist Richard Lynch ein charismatischer Villain, Andrew Bryniarski als seine rechte Hand hingegen wirkt nur tumb, Zach Galligan agiert auch nur mäßig. Besonders schwach allerdings kommt leider Hauptdarstellerin Khrystyne Haje daher, die hier Van Damme Ersatz Angelina Jolie ersetzt, ziemlich ausdruckslos spielt und obendrein noch nicht mal vernünftig kloppen kann.

Somit ist auch „Cyborg 3“ trotz des ordentlichen Showdowns und der Atmosphäre ein schlechtes Sequel, denn große Langweile, schlechte Dialoge und chronischer Actionmangel sind dadurch nicht wirklich auszugleichen.

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