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Wer Actioner mit niedrigem Budget, jedoch dem eigenen Drehbuch und der dazugehörigen Hauptrolle hervorbringt, verfügt entweder über ein gesundes Selbstbewusstsein oder befindet sich in einer kritischen Phase der Wechseljahre, die bekanntlich einige Zeit andauern kann.
Regisseur, Autor und Hauptdarsteller James Clayton hat es 2022 mit „Bullet Proof“ schon einmal getan, doch mit „Get Fast“ untermauert er, dass er sich augenscheinlich noch längst nicht ausgetobt hat.

Ein Coup am Rande der Wüste geht reichlich daneben, als sich ein Dieb (Clayton) nebst Partner auf der Flucht vor bewaffneten Gangstern befindet. Im Fadenkreuz mehrerer Interessen trifft er auf einen jungen Eisverkäufer (Suleiman Abutu), der sich dem Dieb unfreiwillig anschließt…

Immerhin startet der Actioner sogleich mit einer Verfolgungsjagd, bei der geschossen, gerast und auch gekloppt wird. Ohne Vorgeschichte lassen sich Interessen nur schwer unterscheiden und ebenfalls nicht, ob die eingeblendeten Namen zahlreicher Antagonisten noch von Relevanz sein werden. Hauptsache, Tempo und Action geben eine Marschrichtung vor, bei der eine Panzerfaust auch mal falsch herum ausgerichtet wird, während sich die Chose generell nicht allzu ernst nimmt, wenn der vermeintliche Held einer unfreiwilligen Runde am Rande des Helikopters beiwohnen muss.

Die Konstellation mit dem Hauch eines Buddy Movies funktioniert so einigermaßen, während sich unter den Gegnern ein namenloser Cowboy (Lou Diamond Phillips) zwischen den Interessen hervortut, indem man sich bei ihm Zeit für markige Sprüche lässt. Ansonsten entstehen innerhalb des geschäftigen Treibens kaum Längen, allerdings gibt es auch keine nennenswerte Schauwerte, da das eher geringe Budget eine Materialschlacht verhindert.
Auch entsprechende Härten sind kaum auszumachen und der Einsatz von CGI bei kleinen Feuern und größeren Explosionen fällt ebenfalls eher negativ ins Gewicht.

Indes sind die Schauplätze am Rande der Wüste gut gewählt und sauber gefilmt, der Score schwankt zwischen 80er Songvibes und Elektrobeats und darstellerisch sind die meisten mit viel Spielfreude bei der Sache, obgleich Clayton ruhig die eine oder andere Ecke seiner Figur hätte ergänzen können.

Die vage Story verkommt bei alledem zur kompletten Nebensache, was der Showdown mit einigen Anleihen an Pendants der 90er mehrfach untermauert. Für Genrefans mit geringem Anspruch ist phasenweise genug los und obgleich das Werk rasch wieder vergessen sein dürfte, erfüllt es doch den Zweck eines kurzweiligen Lückenfüllers.
6 von 10



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