Bereits zweimal ließ Autor und Regisseur Adrian Langley seinen Schlachter zur Höchstform auflaufen , - dazwischen dreht er auffallend regelmäßig Weihnachtsfilme. Wahrscheinlich als seelischen Ausgleich. Sein dritter Ausflug in blutige Metzgereigefilde wartet zwar mit wenigen Überraschungen, jedoch einer gelungenen, morbiden Atmosphäre auf.
In einem verschlafenen Nest treibt ein Killer mit einem Lieferwagen sein Unwesen, der es vorwiegend auf junge Frauen abgesehen hat. Nur knapp kann Vina dem Schlächter entkommen, der bereits ein neues Opfer im Visier hat. Während der lokale Sheriff der blutigen Spur folgt, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit…
Man weiß gar nicht so genau, zu welcher Zeit der Stoff angesiedelt ist, denn anhand der Telefone und eher neuerer Technik entstehen einige Widersprüche: Keine Mobiltelefone, jedoch Telefonzelle und Geräte mit Wählscheibe, es könnten die frühen Neunziger sein.
Der Score orientiert sich hingegen an Werke früherer Dekaden, der eher an den Minimalismus von Carpenter erinnert, während relativ viel Heavy Metal aus diversen Lautsprechern dröhnt.
Scheint zumindest die Lieblingsmusik des Schlächters zu sein, der im weißen, blutverschmierten Overall zu keiner Zeit von vorn zu sehen ist. Man erspäht lediglich seinen Hinterkopf und es dauert rund eine halbe Stunde, bis der tumb wirkende Mörder überhaupt was von sich gibt. Einerseits scheint er bestimmte Körperteile abzutrennen und für weitere Zwecke aufzubewahren, auf der anderen Seite betreibt er Food Waste, da er zuweilen ausschließlich zum reinen Töten unterwegs ist und jede Gelegenheit nutzt, um seinem Trieb nachzugehen.
Da die Erzählung in drei Kapitel aufgeteilt ist, liegt die Konzentration abwechselnd auf drei unterschiedlichen, vermeintlichen Opfern. Die dazugehörigen Figurenzeichnungen gehen in Ordnung, wobei sie alle drei gemein haben, in einem mehr als zweifelhaften Strip Club zu arbeiten, bei dem sich der Besitzer als besonders fieser Möp herauskristallisiert. Dazwischen ermittelt eine Polizistin mehr schlecht als recht, was speziell zum Finale hervorsticht. Anstatt nach einem Notruf sogleich zum Tatort zu eilen, wird zuvor in aller Seelenruhe noch eine Zeugin abgeholt. Gut für die Dramaturgie, schlecht für die Glaubwürdigkeit.
Überdies lässt sich der Stoff zuweilen etwas zuviel Zeit und hat es passagenweise nicht allzu eilig. Zwar lebt dadurch die isoliert anmutende, zumeist nächtliche Stimmung auf, doch diverse Vorgänge hätte man mit effizienten Schnitten deutlich kürzen können.
Demgegenüber fällt die Schlachtplatte immerhin einigermaßen blutig aus. Diverse Köpfe werden mit dem titelgebenden Werkzeug vom Rumpf gehoben, es gibt blutige Kopfschüsse bis hin zur Unkenntlichkeit, dazu angedeutete Einsätze von Sägen und verschiedene Einstiche.
Die handgemachten Effekte können sich trotz ihrer Schlichtheit sehen lassen.
Dies gilt auch für die darstellerischen Leistungen und der angenehm schnörkellosen Inszenierung mit handwerklich weitgehend solider Arbeit. Der Slasher vereint letztlich blutige Sequenzen mit einigen spannenden Konfrontationen und einer gelungenen Atmosphäre, bietet storytechnisch allerdings keine Überraschungen und bleibt am Ende kein schlechter, jedoch austauschbarer Vertreter seiner Art.
Knapp
6 von 10