Wenn der Hai trotz Warnungen zur Nebensache verkommt.
Für Langfilmdebütant Jimmy Gadd könnte es eine feine Sache sein, sich zumindest auf handwerklicher Ebene für die Schmiede Asylum zu etablieren, doch unter Haihorrorfreunden dürfte der Beitrag kaum Begeisterung auslösen.
Zwanzig Jahre nach einer tödlichen Haiattacke kehrt Alan in den Ort seiner Kindheit zurück und trauert noch immer um seinen Bruder. Zeitgleich naht ein großes Angelturnier und erneut schwimmt ein großer Hai in den Gewässern und trachtet Menschen nach dem Leben…
Dass man das Zerfleischen eines Kindes nicht unbedingt explizit bebildern muss, leuchtet in den meisten Belangen ein, jedoch schlägt der Hai auch nach der Exposition nicht allzu graphisch zu. Nicht selten färbt sich das Wasser rot, Bisse werden lediglich angedeutet und allenfalls blutet man ein Bein. Aber auch ansonsten mangelt es an Biss.
Die Figurenkonstellation bleibt überschaubar, wirkliche Helden kristallisieren sich nur bedingt heraus und anbei hat man es mit einigen Klischeefiguren wie der korrupten Bürgermeisterin und ihrem nicht weniger dubiosen Fischerbruder zu tun. Natürlich gibt es auch ein Love Interest und einen familiären Zwist, was unterm Strich jedoch komplett vorhersehbar abläuft.
Immerhin ist der Hai einigermaßen glaubhaft gestaltet, zur Abwechslung prustet und brüllt er mal nicht, doch auch sonst nimmt sich die Chose furchtbar ernst und versucht erst gar nicht, etwaige Aufheiterungen unterzubringen. Der Grundton ist eher mit Trauer und Melancholie umgeben, was dem Hause Asylum nicht gut zu Gesicht steht. Denn durch skurrile Eigenheiten entsteht oft der Charme jener Produktionen, was hier völlig fehlt und vielleicht deshalb so fad und austauschbar erscheint.
Darüber hinaus wird darstellerisch niemand zu Höchstleistungen angespornt, wodurch das Niveau allenfalls mittelmäßig ausfällt, gleiches gilt für den austauschbaren Score, welcher gegen Showdown zumindest einigermaßen antreibt. Jener fällt ebenfalls erwartbar aus, Überraschungen bleiben komplett aus, einschließlich der letzten Einstellungen.
Während der Hai also nicht allzu sehr in den Fokus gerät und sich überdies deutlich mehr Szenen in einem Restaurant denn auf dem Wasser abspielen, wird es innerhalb der 94 Minuten zwar nie komplett langweilig, spannend allerdings auch kaum. Es mangelt spürbar an zündenden Ideen, frischen Impulsen oder gar innovativen Storykniffen, wonach der Stoff zwar nicht nervt, aber auch nicht sonderlich erfreut.
Knapp
4 von 10