Shady in the Lake
Ein kleines Mädchen verschwindet in einem sumpfnahen US-Südstaatendörfchen - was alte Geheimnisse, Verbindungen und Fragen aufwirft genauso wie neue Mysterien des verzweigten und teils trockengelegten Sumpfgebiets freilegt...
Grünfilter & Geheimniskrämerei
Irgendwo im bisher kaum bestellten Niemandsland zwischen "Ozark", "Winter's Bone" und "Annihilation" kommt "Caddo Lake" entspannt dahergepaddelt - und ist eine meiner positivsten Genreüberrraschungen des Kinojahres! Exzellent gefilmt, mit zwei starken Jungdarstellern als Anker (vor allem O'Brien hat sich in den letzten Jahren echt gemacht!), einem frisch wirkenden Schauplatz und einer unnachgiebigen Sogwirkung für geduldige Zuschauer. Von "Caddo Lake" sollte man keine Wunder oder handfestesten Horror erwarten, dennoch hat diese Produktion für meinen Geschmack schon das komplette Paket. Versumpfen sollte dieses Kleinod also bitte nicht! Manchmal kommen TV-Serien(pilot)-Vibes auf - da denkt man etwa an "Dark" oder "Twilight Zone" oder "Lost". Und doch fühlt sich "Caddo Lake" abgeschlossen genug und sehr rund an. Emotional hatte mich das gegen Ende sogar ähnlich nah am Sumpfwasser gebaut wie "Interstellar" und gerade die zweite Hälfte gleicht dann doch die etwas sehr langsame erste Hälfte durch dauerhaftes Tempo, Anspannung, Enthüllungen wie am Schnürchen sowie einem erstaunlich durchdachten Puzzle locker wieder aus. Daher ist "Caddo Lake" ein lecker Häppchen für Mysteryfans.
Venen einer sumpfigen Kleinstadt
Fazit: ein langsames, aber sehr gezieltes und durchdachtes Sumpfmysterium, das einen hypnotisch hineinzieht als ob man selbst in den modrigen Gewässern schwimmt. Einer der besseren kleinen-feinen Genrefilme des Jahres zwischen Mysterykrimi, Sci-Fi und Swamp Noir!