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Die Erwartungshaltung gegenüber Filmen die an Halloween spielen oder die es zumindest im Titel haben, ist entsprechend hoch, denn schließlich sollte das Fest des Gruselns angemessen zelebriert werden. Die zweite Realverfilmung der Zeichentrickserie über die Louds versagt hingegen auf allen Ebenen und auch das Halloween-Flair kommt deutlich zu kurz.

Lincoln und sein Kumpel Clyde stehen an Halloween vor der Entscheidung, am alljährlichen Spooktacular der Louds teilzunehmen oder dem erfolgreichen Influencer Xander auf dessen Party zu folgen. Als sie sich für letzteres entscheiden, zieht dies ungeahnte Folgen für die Festivitäten der Louds nach sich…

Auch ohne die Zeichentrickserie je gesehen zu haben, - die Louds machen ihrem Namen alle Ehre. Die etwa zehn Schwestern reden munter durcheinander und verbreiten eine schon beinahe nervige Hektik, während sich Lincoln deutlich ruhiger direkt ans Publikum wendet. Die Eltern sind bei alledem weitgehend überfordert, was sich anhand eines Running Gags offenbart, wenn Dad jedes Mal hinten rüber kippt, wenn er erschreckt wird. In den 50ern war das noch lustig.

Die Geschichte selbst kommt trotz Aufbruchsstimmung lange nicht auf den Punkt, da es neben den zahlreichen Vorbereitungen nur darum geht, für welche Seite sich die Jungs entscheiden. Nebenher besucht die Sippe kollektiv den Zahnarzt, was für Mom zur folgenschweren Entscheidung führt, statt Süßigkeiten in diesem Jahr Zahnbürsten zu verteilen. Dies wäre zumindest in den 80ern noch spaßig gewesen.

Nur ist dem eigentlich erfahrenen Regisseur Jonathan Judge Humor offenbar völlig fremd, das Timing liegt oft daneben und nicht eine Situationskomik zündet. Es wird gar streckenweise recht peinlich, als Dad nach Bekanntschaft mit Kleister und einer Felldecke heulend wie ein Werwolf durch die Straßen zieht. Zwei musikalische Gesangseinlagen sind immerhin brauchbar choreographiert, allerdings schwach komponiert und bei alledem will trotz reichlich Deko kaum Gruselstimmung aufkommen.

Einzig das halbwegs konstant hohe Tempo hält noch ein wenig bei Laune, doch der Rest besteht aus schrillen und überdrehten Einlagen, die ohne Charme oder Gefühl für die Figuren aneinander gereiht werden. Selbst beim Finale kommt zu keinem Zeitpunkt so etwas wie Spannung auf und auch auf pädagogischer Ebene lässt sich nicht mehr mitnehmen, als dass Familienzusammenhalt eben doch wichtig ist.

Mit einer Laufzeit von nur 72 Minuten ist das Treiben zwar relativ rasch beendet, doch außer für Sechsjährige oder drunter ist dies kein Grund für eine Sichtung und kann gerade und insbesondere an Halloween gemieden werden.
3 von 10








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