Review

Es ist eine etwas befremdliche Mischung, die Autor und Regisseur Billy Hanson dem Publikum präsentiert. Die Mixtur aus Kriegsfilm, Mystery und Horror funktioniert bis zu einem gewissen Punkt sogar recht ordentlich, bis es immer verworrener wird und letztlich Fragen aufgeworfen werden, welche selbst die Macher wohl kaum logisch beantworten können.

Jon und Marco sind zwei erfahrene Elite-Scharfschützen des Militärs, die regelmäßig mit Spezialeinsätzen beauftragt werden. Ihre neue Mission führt die beiden ins Grenzgebiet zwischen Ukraine und Russland, wo sie einen ranghohen Typen inmitten der verschneiten Walachei ausschalten sollen. Nachdem sie den Auftrag scheinbar erledigt haben, nimmt Jon zunehmend einen ominösen Verfolger wahr und auch die Mission entwickelt sich zu einem erweiterten Himmelfahrtskommando…

PTBS ist hier ein Kernthema, welches im Verlauf zusehends an Bedeutung gewinnt und anhand der beiden Hauptfiguren unterschiedlich angegangen wird. Entweder man folgt strikt den Befehlen und kalkuliert auch Kollateralschäden ein oder man hinterfragt auch mal den Hintergrund einer Mission, zumal die Beschreibung der Zielperson äußerst vage ist und kaum Möglichkeiten zum detaillierten Abgleich findet.

In der verschneiten Einöde angekommen, etabliert sich immerhin eine recht isolierte Stimmung, das Zusammenspiel der befreundeten Soldaten ist sympathisch und die Kamera liefert effektive Momente, die vor allem im Rahmen des Zielfernrohrs gewissermaßen gute Suchergebnisse ausspucken. Die minimalistische Prämisse verhindert zwar das Aufkommen von Action im eigentlichen Sinne, doch das Anpirschen, Ausharren und die Rücksprachen mit der Basis lassen zumindest keine Langeweile aufkommen.

Auch als sich etwas Mystery dazwischen schiebt, funktioniert die Mischung noch recht gut, obgleich die Metapher der ominösen Kreatur mehr als offensichtlich ist. Doch die Chose entwickelt sich zunehmend nebulös und je mehr die vermeintliche Bestie in den Fokus rückt, umso verworrener entwickelt sich der Stoff zwischen Fieberwahn, Halluzinationen und kompletter Paranoia. Im finalen Akt kippt die Stimmung dann vollends, denn in Sachen Logik und Handeln manchen Charakters wird es regelrecht haarsträubend.

Nach einem atmosphärischem Aufbau, einigen spannenden Einzelmomenten, solidem Schauspiel und passabler musikalischer Untermalung bleibt am Ende ein unausgegorenes Drehbuch mit einer unbefriedigenden Umsetzung, einschließlich eines missmutig stimmenden Ausgangs. Das hat dann auch nicht mehr viel mit Interpretationsraum zu tun, wenn die Logik nahezu komplett auf der Strecke bleibt und die Dinge final einfach nur noch willkürlich anmuten.
Knapp
4 von 10

Details
Ähnliche Filme