Review

Morde bringen Clicks

Die Fusion der neuen (Damien Leone, David Howard Thornton - "Terrifier"-Franchise) und beeindruckender alter Garde (Combs, Wallace, Todd, Harris, Curry!!!) plus der Kombination aus Slasher und Technik hat mich beim lahm betitelten "Stream" aufhorchen lassen. Aber geht das (über zwei Stunden!) gut? Ist das noch retro oder schon Zukunft? Ist das überhaupt einigermaßen lohnenswert? Erzählt wird von einer vierköpfigen Familie in einem Hotel, das scheinbar fleißig von streamenden und sich gegenseitig übertreffenden Influencerkillern (?) bewacht und bearbeitet wird...

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Ich mag das Konzept wo Oldschool-Slasher auf moderne Click"kultur" trifft. Die hauptsächliche Familie macht jetzt sympathietechnisch nichts komplett falsch (bleibt jedoch dennoch etwas blass). Und einige Kills von Leone gehören schlicht zum Besten, Blutigsten und Brutalsten, was man in dieser Beziehung in den letzten Jahren gesehen hat. Nicht "Terrifier 2"-Niveau, aber gar nicht allzu weit davon entfernt. "Girlhouse" meets "The Strangers" oder "The Purge" meets eben sowas wie "Terrifier" oder "ChromeSkull". Schon sehenswert für Gorefanatics. Zudem immer etwas off, krank, sadistisch, anders bis menschenverachtend. Und die augenzwinkernden Auftritte der Altstars (vor allem Jeffery Combs!) sind gehörig Salz in der Slashersuppe. Warum breche ich dann bei "Stream" trotzdem nicht ganz in Jubelstürme aus? Weil ihm glaube ich irgendwie Charakter fehlt. Weil er visuell viel zu glatt aussieht. Weil er eher wie eine splattrige Nummernrevue rüberkommt. Weil man in letzter Zeit schon so oft solche Influencerschelten gesehen hat. Weil er deutlich seine Bleibedauer überschreitet und sich irgendwann wortwörtlich totläuft. Trotzdem für moderne Maßstäbe ganz sicher kein schlechter Slasher. Und sehr, sehr rot gefärbt... Früher absolutes Indizierungsmaterial gewesen, sowas. Gut, dass sich die Zeiten ändern. In mancher Hinsicht zumindest.

Fazit: wäre "Stream" visuell körniger und ansprechender plus eventuell 30 Minuten an Längen gekürzt plus mit einer etwas tiefergehenderen Charakterzeichnung der Bösen wie Guten... Hätte, wäre, wenn. Ihr seht schon, ein Slasher der Konjunktive. Trotzdem können sich einige extra saftige Kills gehörig sehenlassen. Das sind die Eintrittsgründe. Und es tut gut ein paar bekannte Gesichter wiederzusehen.





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