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Was dem Titel gemäß ein wenig nach Spukhaushorror klingt, entpuppt sich als kleiner Horror-Trip, der sich nicht entscheiden kann, wie das Grauen eventuell eine konkrete Gestalt annehmen könnte. Das wäre im Kontext mit Grusel und Spannung sogar ganz in Ordnung, doch die paranormalen Impulse tendieren phasenweise gegen Null.

Sechs Freunde um Geburtstagskind Olivia haben eine große Sause vor: Nach zehn Stunden Fahrt mit dem Camper geht es auf ein angesagtes Musikfestival. Doch auf den Weg dorthin verfährt man sich, begegnet rassistischen Rednecks und strandet schließlich an einer nächtlichen Waldstraße…

Die Angst vor dem Ungewissen im Dunkeln war womöglich der Ausgangspunkt für Autor und Regisseur Andy Fickman, der den Kardinalsfehler begeht, eine Gruppe von Freunden so laut und aufdringlich einzuführen, dass ein späteres Sympathisieren sogleich im Keim erstickt wird.
Die etwas ruhigere Carry könnte da eventuell bis zum Showdown noch mitmischen, doch wer dauerhaft zugedröhnt ist oder regelmäßig Missgunst an den Tag legt, dürfte es kaum so weit schaffen.

Mit der Intervention der Rednecks an einer Tanke wird es tatsächlich für rund zwei Minuten spannend und in Anbetracht des weiteren Verlaufs wäre es wahrscheinlich besser gewesen, einen Haufen Hinterwäldler gegen die tumben Reisenden antreten zu lassen.
Als das Wohnmobil schließlich am Straßenrand im Nirgendwo strandet, zieht zunächst die klaustrophobische Atmosphäre, da zu keiner Zeit sichtbar wird, was da draußen eventuell lauern könnte und es zeugt von einem leichten Augenzwinkern, wenn die Chose nach dem Verschwinden von zwei Leuten noch als derber Scherz abgetan und erklärt wird.

Doch dann bleiben die Ideen aus, die akustischen Warnsignale verschwinden fast gänzlich und man versucht auf Biegen und Brechen noch einige Verdachtsmomente zu schüren, welche lediglich in Stichworten eingebracht werden. Blut fließt währenddessen fast gar nicht, eine Bedrohung ist zu keiner Zeit zu sehen und lediglich die örtliche Verschiebung von Gegenständen und Personen innerhalb des Gefüges löst einen diskutablen Gruselaspekt aus.

Darüber hinaus geht der Score fast komplett unter, die Darstellerleistungen bewegen sich auf allenfalls durchschnittlichem Niveau und der inszenatorische Aufwand bleibt gering, zumal kaum Effekte eingesetzt werden. Was jedoch vor allem fehlt, sind zündende Ideen, deutlich mehr Bewegung und Figuren, die anstatt ständig zu kreischen und zetern auch mal entschlossen zur Tat schreiten.

Folgerichtig hält sich das Mitfiebern in Grenzen und obgleich man sich mit den finalen Einstellungen durchaus etwas gedacht haben mag, - die Pointe bleibt vage und bietet Interpretationsraum, der infolge wenig aufregender Vorgänge davor wahrscheinlich mehrheitlich ungenutzt bleiben dürfte.
4 von 10



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