iHaveCNit: Lolita Lesen In Teheran (2025) – Eran Riklis – Weltkino
Deutscher Kinostart: 20.11.2025
gesehen am 26.12.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 20:15 Uhr
1979 kehrt die Literaturwissenschaftlerin Azar Nafisi nach Jahren in Oklahoma in die iranische Heimat zurück, wo sie als Universitätsprofessorin in Teheran westliche Literatur an Studenten weitergeben möchte. Jedoch sorgt die islamische Revolution und ihre ablehnende Haltung dem Kopftuch gegenüber dafür, dass sie nicht weiter an der Uni unterrichten darf. Jahre später trifft sie sich mit ehemaligen Studentinnen wieder bei ihr zu Hause, um in einem Lesekreis westliche Literatur wie „The Great Gatsby“ , „Stolz und Vorurteil“ , „Daisy Miller“ und auch „Lolita“ zu lesen, zu studieren und den gesellschaftlichen Einfluss zu diskutieren.
„Lolita Lesen In Teheran“ ist sowohl eine Romanverfilmung des gleichnamigen Romans der Autorin Azar Nafisi als auch eine Biographie ihres Lebens und ein zeitgeschichtliches Porträt der Gesellschaft des Irans in seiner episodenhaften Erzählung von 4 Jahren mit wichtigen Ereignissen im Leben der Autorin und entsprechender Protagonistinnen des Films. Mir hat der Film sehr gefallen und es ist interessant filmisch weiter ein wenig in die Geschichte des Irans einzutauchen und sich gesellschafts- und regimekritisch damit auseinanderzusetzen wie es bereits einige andere großartige filmische Werke der letzten Jahre tun und getan haben wie unter anderem „Die Saat des heiligen Feigenbaums“, „Holy Spider“, „A Hero“, „The Salesman“, „Die Sirene“, „Die Ballade von der Weißen Kuh“ und „Leere Netze“. Und genauso wie mich diese Filme faszinieren und begeistern konnten hat es auch nun „Lolita Lesen In Teheran“ getan. Mit der auch in einigen Hollywood-Produktionen in Erscheinung getretenen Golshifteh Farahani hat man eine großartige Hauptdarstellerin für den Film gefunden, die neben dem gesamten Ensemble aus weiteren tollen Darstellerinnen – darunter unter anderem die auch in „Holy Spider“ agierende Zar Amir – sehr engagiert wirkt und dieser Zusammenhalt unter Frauen in Zeiten der Unterdrückung ein großartiges gesellschaftliches Plädoyer ist. Es ist auch schön wie man hier mithilfe der Literatur, die auch symbolisch für die entsprechenden Episoden des Films stehen immer einen gewissen stellvertretenden gesellschaftlichen Diskurs findet und nicht nur das persönliche Schicksal der Autorin und Protagonistin Azar Nafisi Bestandteil des Films ist, sondern auch Raum für die Schicksale der Studentinnen und Frauen gefunden wird.
„Lolita Lesen In Teheran“ - My First Look – 8/10 Punkte