Irgendwann hat man diese unterirdischen Sequels satt, "Howling VI: The Freaks" schafft es ebenfalls nicht mal in den Durchschnittsbereich, die Regie übernahm diesmal Hope Perello (Pet Shop, St. Patrick´s Day). Kevin Rock (Warlock - The Armageddon, Philadelphia Experiment 2) versucht ein bisschen frischen Wind in die "Howling" Reihe zu bringen und lässt neben dem Werwolf auch einen Vampir antreten. Das Budget scheint wieder etwas üppiger gewesen zu sein, als bei den Vorgängern, auch hat Effektguru Steve Johnson diesmal wesentlich mehr zu tun.
Ian Richards (Brendan Hughes) verwandelt sich bei Vollmond in einen Werwolf. Nachdem er eine Frau ermordet hat, landet er im kleinen Nest Canton Grove, wo er bei einem Pfarrer und dessen hübscher Tochter Elizabeth (Michele Matheson) eine Bleibe findet. Kurze Zeit später kommt der mysteriöse R.B. Harker (Bruce Payne) mit seinem Wanderzirkus in die Stadt und plötzlich häufen sich seltsame Ereignisse in der Stadt. Tiere werden getötet, Einwohner verschwinden spurlos und plötzlich ist Ian der Hauptverdächtige. Harker nimmt Ian schließlich gefangen, um ihn seinem Publikum in der Freakshow zu präsentieren. Nur Elizabeth und Sheriff Fuller (Carlos Cervantes) beginnen etwas gegen Harker zu unternehmen.
Wie üblich in der Reihe, darf sich der Zuschauer auch hier auf eine überlange Einleitung freuen. Zu Beginn sehen wir ein Mädchen panisch durch die Wälder irren, schließlich wird sie von etwas zu Boden gerissen, der erste Mord geschieht völlig im Off. Wir wissen von Beginn an, dass Ian mit dem Fluch des Werwolfes belegt ist, in Canton Grove angekommen begegnet man ihm auch erst mit viel Misstrauen. So hilft er dem Prediger seine Kirche zu restaurieren, desweiteren bahnt sich zwischen ihm und Elizabeth eine Romanze an, bevor endlich Harker mit seinen seltsamen Gestalten auftaucht. Der stampft ein wahres Gruselkabinett aus dem Boden, welches eine brauchbare Kulisse für einige atmosphärische Momente darstellt. Bald ist auch eine Verbindung zwischen Harker und Ian geknüpft, denn Harker ist wahrlich kein Chorknabe und brachte vor einiger Zeit Ian´s Familie um die Ecke. Doch passieren will erstmal nichts, Perello schenkt der Lovestory zuviel Aufmerksamkeit und auch die Ermittlungen von Sheriff Fuller sind völlig uninteressant. Bald findet man tote Tiere, die Bankdirektorin verschwindet, der Verdacht fällt auf Ian, doch der Zuschauer weiss von Anfang an, dass es Harker war.
Der kann sich nämlich in eine Art Vampir verwandeln und nutzt seinen Wanderzirkus nur als Tarnung, um ungestört seine Blutlust befriedigen zu können. Storytechnisch ist und bleibt das Ganze leicht durchschaubar. Jegliche Werwolf-Effekte wirken leider alles andere als professionell, aber Johnson liefert ansonsten solide Arbeit ab, während auf richtige Goreeffekte schon wieder verzichtet werden muss. Ein paar blutige Einschüsse, ein Huhn bekommt den Kopf abgebissen und der Mord am Bürgermeister dürften die Höhepunkte darstellen, der Rest ist ziemlich zahm geworden. Dies betrifft auch den finalen Endkampf Werwolf vs Vampir. Trotzdem vermag "Howling VI" immerhin einigermaßen zu unterhalten, spannende und originelle Szenen sucht man jedoch vergebens. Auch ist Brendan Hughes (Return to Horror High, Red Surf) als Hauptdarsteller viel zu blass, während Bruce Payne (Passagier 57, Warlock - Das Geisterschloss) hier schon seine Talente als Bösewicht aufblitzen lässt.
Es will niemand gelingen, mal ein vernünftiges Sequel auf die Beine zu stellen. Immerhin sind Kulisse und Score diesmal ordentlich, aber "Howling VI" kommt nur schleppend voran und ausser Bruce Payne sind die Darsteller durchweg schwach. Die Qualität der Effekte ist schwankend, im letzten Drittel nimmt der Film Fahrt auf, ohne je spektakulär zu werden. Auf jeden Fall besser als "The Marsupials" oder "The Original Nightmare" aber immer noch unterdurchschnittlich.