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Nach dem Erfolg der schwedisch(-britisch)en Independentproduktion Ninja - In geheimer Mission (1984) vor allem im Bereich der Heimmedien, also innerhalb der Videotheken, aber auch unterstützt durch vereinzelt kleinere Kinovorführungen und dies in aller Welt war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit und wurde natürlich von einem der Hauptverantwortlichen Mats Helge Olsson auch entsprechend mit kurzer Verzögerung bloß initiiert. Entgegen allen Glaubens handelt es sich bei dem Sequel nicht um den auch als Ninja in geheimer Mission 2 - Russian Terminator veröffentlichen Russian Ninja (1989), sondern vielmehr gilt der weithin unbekannte Eagle Island als offizielle Nachfolge und wird in mancherlei Alternativ- bzw. der originale Arbeitstitel eben auch als Ninja Mission 2 erwähnt und so gezählt. Geschrieben ist der Film von Madeleine Bruzélius, die auch tatsächlich beim Vorgänger gearbeitet hat, aber dort und auch in weiteren Werken von Helge Olsson als Designerin im Costume and Wardrobe Department; etwas, dass man der Synopsis vielleicht nicht, dem Drehbuch aber selber dann doch anmerkt. Oder auch nicht?:

Die Adlerinsel, eine geheime Militärbasis, wird erst von der Wasserseite aus eingenommen und dann vom Dickicht des Waldes aus Richtung Gebäude im Inneren des Landes okkupiert. Da allerdings sowohl Alarm ausgelöst wurde als auch eine Wache per Armbrust und Tom [ Henning Olofson ], ein Freund des sich eigentlich um den Alarm kümmern sollenden Simon [ Timothy Earle ] getötet, was natürlich die Abwehr- und Verteidigungskräfte von jenem, dem diesen ursprünglich beauftragenden Capt. Eddie Foster [ Tom O'Rourke ] und Lt. Thomson [ Mats Hudden ] mobilisiert. Während der die Hauptverantwortung für das Eindringen tragende Foster von seinem Vorgesetzten Colonel Frank Crayton [ Terry D. Seago ] von der Küstenwache diszipliniert wird, stösst Simon auf die beiden heimlich auf die Insel gekommenen Fotojournalistinnen Anna Kerrigan [ Summer Lee Thomas ] und Helen [ Lisa Robinson ], zwei eher herbe Schönheiten, und bald auf die tatsächlich invasive Gegenwehr.

Ein eigener Titelsong im 80ies Midi-Rockstil, dazu viele englische Namen unter den Darsteller, das Drehteam selber dafür aus schwedischen Leuten besetzt. Die Örtlichkeit unsicher in der Platzierung, die Öffentlichkeit auf jeden Fall ausgesperrt. Eine Insel inmitten der Weiten des Meeres, hohe Klippen, von denen das zweite arme Opfer schon bei lebendigem Leib herunterstürzt, während der erste Wachposten noch im dichten Wald erschossen wird und in beiden Fällen Heimtücke und Mord dahintersteckt und die Aufmerksamkeit sowohl der restlichen Besatzung als auch die der Zuschauer weckt.

Isolation ist das hier, stürmische See, zerklüftete Felsen, eine Welt abgeschottet und für sich, wird dennoch mit den großen Mächten und den allumfassenden Verschwörungstheorien und dem riesigen Spionageplot gespielt. Analog zum Film, der sich international und global und von einer Größenordnung gibt, aber mangels Budget tricksen muss und Sein und Schein miteinander mischt, wird sich auch im Inhalt um Wichtiges bis Elementares bemüht, um den Geheimkrieg der Russen gegen die Schweden, Kommunismus gegen Kapitalismus, Armisten gegen andere Dienende in Uniform, aber auch gegen Unschuldige und Zivilisten. Mehr Kleinhäuser als Bewohner hier, mehr Ideen und Wunschvorstellungen als Geld, mehr Wollen als Wissen beim Drehteam und mehr Unterhaltung durch eine Ernsthaftigkeit und damit Wahrhaftigkeit des Ganzen, die anders als der komödiantisch aufgezogene Ninja Mission 2000 (2000) eben nicht von vornherein verprellt.

Schafherden, die man zwar blöken hört, aber nicht sieht. Geplante Attentate, die nicht zum Vollzug kommen. Eine Wachmannschaft, die bei einem tatsächlichen Alarm auf der faulen Haut liegt, aber bei zwei offenkundig harmlosen Frauen alles zur Verfügung stehende mobilisieren. Helge nutzt vor allem die Pracht der unberührten Landschaft hier in Begleitung mit militärischer Ausstattung (inklusive Hubschrauber, U-Boot, Schlauchboot und dem FF Ob/Zb), der minimalistischen Kalter-Kriegs-Atmosphäre und der Versiegelung einer Festung, um seinen Film anders als bspw. den Russian Ninja zwar langsam, aber relativ stetig und mit dem Gefühl einer funktionierenden Dramaturgie zu erzählen, in der der Zuschauer mehr weiß als die Figuren, und diese auf einem begrenzten Raum um aneinander herumschleichen, statt wie wild das Terrain zu wechseln und jeder für sich einzeln zu agieren. So ab der Hälfte geht auch die Action so langsam los, mit einem Faust-, Messer-, Astkampf zweier erbitterter Gegner auf einer wilden Lichtung, woraufhin sich die Übernahme der einzelnen Wachen und eine Reihe von Hinterhalten und Genickbrüchen, Kopfstößen und anderen Ausschaltungsmethoden anschließt. Die Folge sind eine Reihe von eher kleineren als größeren Schießereien, angenehm trocken und dadurch zwar nicht aufregend, aber auf seltsame Art und Weise interessant zu sehen, zumal der Heroe ordentlich Zielwasser getrunken hat und ganze Berge von Leichen über den Hades schickt.

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