Review

Wie viele Ableger es doch von Minimonster-Filmen gibt, - man wundert sich immer wieder. Die „Gremlins“ gab es leider nur zwei Mal, die „Critters“ traten hingegen vier Mal auf. Ebenfalls vier Filme beschäftigen sich mit den „Ghoulies“, was nach Sichtung des ersten Teils völlig unnötig erscheint.

Denn, was macht einen gelungenen Minimonster-Film aus?
Markante Gestaltung der kleinen Viecher, vorzugsweise in einer Mischung aus lustig und fies erscheinend, dazu Sympathieträger, die gegen die Seuche ankämpfen und ein paar fesselnde Panikszenen mit Nebenfiguren, möglichst eine ganze Stadt lahm legend, wie im ersten Teil von „Gremlins“.
Von alledem fehlt hier nahezu jede Spur.

Vielmehr verkommen die titelgebenden Monster zu Nebenfiguren, die einfach nur in der Ecke hocken, vielleicht mal Zeitung lesen, ansonsten aber keine Funktion haben, zumal ihre Existenz überhaupt nicht erklärt wird.
In erster Linie dreht sich alles um den Studenten Jonathan, der das olle Anwesen seines Vaters, einem schwarzmagischen Priester, geerbt hat. Schnell stößt er auf okkulte Bücher und versinkt in einer Welt aus Ritualen, Geisterbeschwörung und dunkler Machtausübung.
Dabei entstehen zwar die Ghoulies, aber angreifen dürfen sie lediglich ein einziges Mal.

Hier geschieht kaum etwas, was den Zuschauer kleiner Monster-Filmchen interessieren dürfte. Jonathan verfällt zunehmend der schwarzen Magie, bekommt leuchtende Klüsen und vergrault mit seinem schrägen Ritualverhalten und dem Dahinmurmeln merkwürdiger Formeln im Fickbett sogar Freundin Rebecca.
Als dann endlich einige Freunde zum Abendessen versammelt sind, sollte man meinen, dass hier Raum für Monsterangriffe sei, doch weit gefehlt.
Nur ein grünes Minivieh springt einem Ahnungslosen ins Gesicht, Blut fließt dabei jedoch nicht.
An anderer Stelle, das lässt sich weit im Vorfeld erahnen, erhebt sich Papa Magier wieder aus dem Grab und fordert die Jugendlichkeit seines Sohnes als Opfer ein, auf dass es zum magischen Duell mit billigen Lichtblitzeffekten unter Einmischung eines Beschützers kommt.
Doch bei alledem, - es fällt bei einem Monsterfilm schwer zu glauben – werden diese Viecher einfach nicht aktiv.

Obgleich genügend Potential vorhanden ist.
Die Kreaturen bewegen sich zwar recht behäbig, wurden aber sorgfältig gestaltet und könnten, bis auf die spitzen Zähne, in dieser Form auch in Hensons „Reise ins Labyrinth“ mitwirken. Im Endeffekt sind sie jedoch einfach nur vorhanden, irgendwie ohne Funktion.
Stattdessen erzaubert sich Jonathan zwei Liliputaner, die jedoch auch nichts weiter zu tun haben, als die klischeebedingten Possen auszuspielen und auf Dauer mit nervigen Piepsstimmchen zu nerven.

Zusammengefasst würde ich sagen: Der Streifen verfehlt deutlich sein Thema oder entspricht zumindest nicht im Geringsten den Erwartungen, die das Cover seit Jahrzehnten beim Gang durch die Videotheken auslöste.
Zwar lässt sich mit viel Wohlwollen das ein oder andere mal über die Doofheit der typischen 80er Figuren schmunzeln und der Breakdance eines Typen ist auch wirklich so schlecht, dass es schon wieder Freude bereitet, aber der Rest bietet leider kaum unfreiwilligen und noch seltener freiwilligen Humor.

Es mangelt von vorne bis hinten an Tempo, Spannung und einer gescheit durchdachten Story, - ohne die Minimonster wäre der Film glatt ein Kandidat für eine 2-Punkte-Vergabe.
Auch wenn die storytechnisch nichts bewirken, ihr Mitwirken verleiht der allgemeinen Langeweile noch eine leicht goldige Note.
Von daher, in leicht jovialer Stimmung
3,5 von 10

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