Okay - Gremlins check. Critters check. Leprechaun check. Troll check. Munchies check. Hobgoblins check. The Gate check. Nun also die Ghoulies und ich hoffe mal, so langsam hab ich jetzt das komplette Fahrwasser der Gremlins ausgehoben. Oder wie viele Fellzwerge gibt es noch da draußen?
Dabei ist das hier auch noch so ziemlich einer der ersten, die den Gremlins noch direkt am Auspuff hängen. Und entsprechend sieht der Streifen auch aus. Wie ein totaler Schnellschuss für die Videotheken hingewurschtelt mutet diese Ausdünstung an, denn sie lässt jede Linie vermissen.
Vor allem die Selbstzweckhaftigkeit der Monster ist wirklich schon verrückt. Da will man einen Gremlins-Ableger produzieren und dann stellt sich heraus, dass es die Ekelviecher sind, die eigentlich gar nicht in den fertigen Film passen! Die vier, fünf Ghoulies, die in der völlig hanebüchenen Handlung vorkommen, haben für selbige keinerlei Bedeutung. Sie sind einfach da und glotzen und kiechern und triefen mit Schleimabsonderungen. Horray!
Unterstützend wirken zwei Kleinwüchsige als Diener des Dunklen Herrn mit, vermutlich um die Artenvielfalt zu erhöhen. Es gibt ja immerhin grüne Ghoulies mit nackter Haut, braune Ghoulies mit Fell, knusprige Ghoulies mit schleimiger Haut, warum also nicht auch irgendwelche merkwürdigen gekutteten Zwischendinger aus Monster und Mensch vom Set des nächsten Fantasystreifens entführen?
Das Skript ist wie Lehm und man kommt einfach keinen Schritt weiter. Da wird irgendwas Okkultes entfesselt und man weiß nicht einmal, wozu das gut ist. Hauptsache, der Sohnemann erweckt mit seinen giftgrünen Augen - der wohl am häufigsten gebrauchte Special Effect in den 80er Jahren - seinen Zombievater. Und immer noch sitzen die Ghoulies in der Ecke, quäken, sabbern, stieren durch die Gegend, verloren und verlassen wie hässliche Kinder, die Samson und Tiffy nicht haben wollten.
Doch besser als diese Puppen aus Holz, Stoff und Schlabbersekreten schauspielern die echten Darsteller auch nicht, und ob ihrer Hölzernheit kann man sie von den Puppen oft nur anhand ihrer Größe unterscheiden.
Was man dem ganzen Schlamassel positiv auslegen kann: Es wird wirklich von ganzem Herzen versucht, eine eigene erbärmliche Story durchzubringen. Mit dem Vorbild hat das alles nicht sehr viel gemein. Aber bei näherer Betrachtung gilt ja doch immer: besser gut geklaut als schlecht erfunden, was die “Critters” schließlich deutlich mehr für den Erfolg prädestinierte. Denn was hat Herr Bercovici zu bieten? Ein ungruseliges Anwesen; eine extrem biedere Inszenierung; Dialoge ohne Nährwert; Nichtvorhandensein von Splatter, Schocks oder Suspense.
Es gibt den ein oder anderen spaßigen Moment. Der Zungenroller ist ganz witzig und selbst die komischen Monster sind so faszinierend wie ein Autounfall, weshalb man ihre starren Blicke grundsätzlich erwidern muss. Das täuscht aber nicht über die Planlosigkeit hinweg, die am Ende ins Nichts führt. Zurück in den Sumpf, aus dem ihr gekrochen seid, ihr Hübschen.