Review

Vor circa 12 Jahren, als 11-12jähriger Stöpsel bin ich immer gerne mit meiner großen Schwester (über 18) in die Videothek gefahren. In dem Alter haben Videotheken noch etwas besonderes, weil man auch nicht überall reindurfte (18er Abteilung).
Bei einem dieser Videothekenbesuche sah ich das Cover von Ghoulies und assozierte die kleinen grünen Viecher im Kopf automatisch mit den Gremlins und Critters (was ohne Zweifel auch in der Absicht des Covergestalters lag). Ich bat meine Schwester natürlich, den Film auszuleihen, aber sie meinte sofort, wie schlecht der wäre und sowas von mies gemacht.
Nagut, sie war 18, sie hatte die Kundenkarte und sie hatte das sagen. (Ich habe mich dafür gerächt, indem ich unbedingt den „Purple People Eater“ sehen wollte, aber das ist eine andere Geschichte. Und jahrelang habe ich zwar das Ghoulie-Cover gesehen, aber mich irgendwie nie überwunden, ihn mal auszuleihen.
Kürzlich habe ich mir von einem Bekannten mehrere Videos günstig andrehen lassen, darunter, man wird es erraten, Ghoulies Teil 1 und 2.
Dabei fällt mir ein, ich muss noch meine Schwester anrufen und ihr sagen, wie recht sie damals hatte.
Ghoulies ist wohl so ziemlich das mieseste, lausigste, langweiligste und schlechteste Stück Film, das jemals gedreht wurde.
Die gesamte Laufzeit hat man das Gefühl, einen Fernsehspielfilm aus der untersten Schublade zu sehen, völlig beknackte deutsche Synchro (zwar mit einigen bekannten Stimmen, aber das reißt auch nichts mehr raus), billige Effekte und schlechte Schauspieler.
Die titelgebenden kleinen Monster entstehen irgendwie während einer Dämonenbeschwörung durch den Hauptdarsteller, der offenbar besessen ist. Das von-längst-verstorbenen-Verwandten-besessen-sein wechselt sich lustig ab, wenn das vernünftige Denken bei ihm die Oberhand gewinnt: einmal stößt er seine Freundin von sich weg und 2 Sekunden später kommt er an und sagt, wie leid es ihm tut.
Es ist ein komisches Gefühl, sich den Film anzutun. Es passiert zwar öfters mal was, aber irgendwie interessiert es einen nicht mehr. Wenn z.B. die Ghoulies auftauchen, guckt man zwar hin, aber weil die Viecher nichts anderes machen, als in der Ecke zu stehen, böse zu gucken und Schleim an sich herablaufen zu lassen, kümmern sie einen nicht weiter.
Zwischendurch tauchen auch zwei Gnome auf, die wohl ursprünglich dem Bösewicht dienen sollten, ein bißchen plappern (tun aber nichts weltbewegendes oder gar etwas, was den Film beeinflußt), und letztendlich helfen sie doch dem Guten.
Alles in allem fragt man sich dauernd, was der zusammenhanglose Blödsinn soll und wann endlich die bösen Monster mal zubeißen, schließlich ist der Film ab 18.
Aber sowas passiert nicht, und nach einen langweiligen Showdown ist der ganze Quark auch endlich vorbei. Zumindest bekommt man in einer kleinen Rolle den MacGyver-Erzfeind Michael des Barres zu sehen.
Ich würde die Kassette eigentlich enttäuscht in die Ecke schleudern, aber ich hab sie bezahlt und darum lasse ich es. Und es hat auch was positives: die Kassette hat einen schön bedruckten Aufkleber.
Außerdem muss ich meine Schwester noch anrufen.

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