Generell bin ich ja Charles Band und seinen niedlichen Monsterschnellschüssen aus den 80er Jahren nicht abgeneigt, da sie zumeist mit kleinen Mitteln mitunter Großes auf dem Gebiet der Puppenanimation leisteten, das alles hübsch mit Stop-Motion-Tricks ergänzten und recht frisch wirkten.
Doch im Laufe der Zeit wurde auch dort fast nur noch auf Recycling gesetzt und vorliegendes Material neu und hastig zusammengeschustert. Bei "Ghoulies" handelte es sich immerhin um ein "neues" Produkt, allerdings bleibt am Ende die Frage offen, wie man mit einem derartigen Schundfilm im Anschluß tatsächlich NOCH drei Fortsetzungen daraus destillieren konnte.
Wer also von solider Handarbeit wie "Puppet Master" (der erst vier Jahre später entstand) verwöhnt ist, den erwartet hier bei diesem frühen Exemplar der Firma eine echte Enttäuschung.
Los geht es mit einem schon ziemlich albernen Prolog, in dem Teufelsanbeter Malcolm Graves gerne mal ein Baby seinem Lieblingsteufel opfern möchte, die Dame des Hauses (oder die Mutter?) aber etwas dagegen hat. In der etwas unübersichtlichen Folge bringt ein Helfershelfer oder heimlicher Gegner (wer weiß das schon?) das Kind in Sicherheit, während Mutti mittels eines Schutzamuletts den Prozeß der Teufelsanbetung aufhält.
Was da passiert ist ziemlich wirr, aber es wirkt faszinierend, denn den Teufelsbraten gibt Michael Des Barres, der in einer Handvoll Folgen von "MacGyver" dem Titelhelden als nicht totzukriegender Gegner Murdoc auf den Sack ging und hier auf 200 Sachen vollkommen überdreht, als ginge es um eine Rolle in einem Drag-Musical. Vollkommen (un)passend dazu wird das Kindelein von Jack Nance gerettet, der bei David Lynch ja seinerzeit den Eraserhead gab und später den hintergründigen Mummelbär in "Twin Peaks", der am Anfang Laura Palmers Leiche findet. Er besorgt hier auch gleich noch das Voiceover, das aber nur von Zeit zu Zeit und ohne großen Zusammenhang, offenbar hatte der Gute nur drei Drehtage Zeit und taucht deswegen auch nur dreimal auf (zweimal mit Des Barres, die sich vermutlich ein gemeinsames Wochenende gönnten).
Wir springen mal einige Jährchen in die Zukunft und dann steht auch schon der unvermeidliche Nachfahre in der Tür, ein typischer 80er-Jungjuppie mit Anhängsel, der angeblich ganz dolle studieren soll, es aber nicht tut. Gemeinsam bezieht man das ererbte Anwesen, ignoriert tapfer Nance, der als eine Art Grundstückspenner stumm glotzend beisteht und feiert erst mal ne flotte Party. Die besteht hauptsächlich aus einer Horde unerträglicher Deppen, die an blöden Witzen, Kiffen und Alk interessiert sind, aber auch gern mal einen wegstecken. Dafür (und fürs Studentendasein) sind sie aber alle schon ein paar Jährchen zu alt, auf jeden Fall aber für das debile Kleinkinderverhalten.
Derweil hat Nachfahre Jonathan schon das Medaillon aus dem Prolog gekascht und ist bei Aufräumarbeiten im Keller ganz den dortigen Pentagrammen und Tagebüchern verfallen, weswegen man auf der Party auch gleich ne Beschwörung mit Zeitverzögerung schmeißt. Das unbemerkte Ergebnis ist ein Fünferpack an albernen Knautschhandpuppen, den titelgebenden "Ghoulies", die fortan nur Jonathan sehen kann und die deswegen überall ihre Hackfressen reinhängen, dabei aber nur immobil vor sich hingrummeln.
Jonathan wechselt fortan fleißig zwischen nettem Kerl und Hexenmeistadept hin und her, verstört seine Freundin, die das aber immer gern wieder vergißt und bereitet unwissentlich die Rückkehr von Malcolm vor, der bisher auf der Terrasse begraben lag. Die Ghoulies verwandeln die Partyidioten derweil in lustige bis tote Opfer, bis dann zu später Filmstunde nicht nur die Entscheidung samt Wiedergeburt naht, sondern auch Onkel Nance, der sich bisher als zu schwach und nicht zuständig erklärt hat, plötzlich genug Zaubermumm in der Hose hat, um ein tricktechnisch imbeziles Finale zu schmeißen.
Irgendwo in der Handlung schwirren übrigens auch noch zwei kleinwüchsige Fantasykrieger/helfer/lakaien rum, die wahlweise für die eine oder andere Seite arbeiten, je nachdem wer ihnen mehr Angst macht, aber das hilft an dieser zusammengestückelten Misere von Film auch nicht mehr. Die Dialoge sind grauenhaft, die Motivationen wirr und ständig verhält sich jemand total irrational. Jonathan muß ständig zwischen brav und besessen wechseln, was ihm seine Rebecca aber verzeiht, noch nervtötender ist das Gehabe seiner grenzdebilen Gang, zu der auch Mariska Hargitay (in ihrem Filmdebüt) zählt, die später zur Krimi-Ikone bei "Law and Order: Special Victims Unit" wurde.
Die titelgebenden Püppchen sind jedoch der Tiefpunkt überhaupt, nie mehr als faltige Sockenpuppen ohne tiefere Funktion und daher auch nur überflüssiger Zierat ohne Bedeutung. Es gammelt wegen des Gruselfaktors im Haus auch noch ein kindergroßer Puppenclown herum, der es aber trotz steten Auf- und Wegtauchens auch nicht wirklich bringt. Und Des Barres vollkommen überdrehtes Chargieren als durchgeknallter Hexenmeister verdient einen zusätzlichen Ritterschlag für koksinduzierte Motivation an der falschen Stelle.
Zusammen gepappt hat das ein gewissen Luca Bercovici, der auch danach wie davor nicht mehr sonderlich aufgefallen hat und nach dem Film weiß man auch, warum.
"Ghoulies" ist eine öde, teilweise grottenpeinliche Gurke von einem Film und macht hinten wie vorne keinen Spaß, weswegen es bei der Tiefstnote hier auch keine Partyempfehlung gibt. Stattdessen alberne Leuchteaugen und Lasereffekte aus dem Malbuch, mit denen die Erde noch mal gerettet wird. Hihi, hoho und jetzt will ich endlich meinen Kakao. (1/10)