Der Held Sindbad hat es weit entfernt von seiner Heimat in Arabien zu hohen Ehren gebracht: Er lebt als hoch dekorierter und gefürchteter Krieger in den Diensten des Kaisers von China. Eines Tages wird Sindbad mit einer alten Sage konfrontiert, durch die er erfährt, dass seine Heimat in Gefahr ist: Die Dark Knights haben das Land erobert. Außerdem bangt Sindbad um Shalazar, die schöne Tochter des Sultans. Der Held macht sich unverzüglich auf, um die Heimat und Shalazar zu retten.
Au Backe, wer hat denn dieses Script verbrochen, Sindbad der Seefahrer als Beschützer Chinas, mal ganz abgesehen davon das im ganzen Film kein Tröpchen Meer zu sehen ist (als schwache Ausrede gibt ein Zauberonkel an das die Wüste ja auch nichts anderes sei, als ein Meer aus Sand), schwarze Ritter die mit denen aus dem Mittelalter aber mal nun gar nichts zu tun haben und ein Drehbuch das kleiner gewesen sein dürfte als das eh schon armselige Budget.
Erzählt wird das ganze als gelebte Gute Nacht Geschichte aus der Gegenwart, in dem ein alter Zausel seinem schnöseligen Yuppie Enkel mittels einer magischen Goldmünze und einem alten Zauberbuch die Geschichte Sindbads erzählt, die seit Generationen in der Familie vom Großvater an den Enkel weitererzählt wird (und demzufolge wohl immer eine Generation überspringt, denn der Vater hört davon nischt, blöde Tradition).
Was dann folgt kann einem ernsthaften Feuilleton Kritiker mühelos in den Suizid treiben. Billigste Kulissen, ein bleichgeschminkter Overacter als Bösewicht, der für seinen naseblutenden Obertyrann Bophisto den goldenen Schlüssel der Weisheit suchen soll, damit dieser mal eben sich zum Weltherrscher schwingen kann. Dargestellt wird alles mit grottigen Digitaleffekten aus Amiga Zeiten und Richard Grieco in der Rolle des Sindbad. So viele vereinte Katastrophen in einem Film findet man selten.
Dennoch macht der Film besonders in der ersten und letzten halben Stunde einen Heidenspaß, vorausgesetzt man hat ein Herz für trashige Unterhaltung. All diese chargierenden Laiendarsteller, die (ich denke sogar mit Absicht) übertreiben was das Zeug hält. Der Film nimmt sich selbst wenig ernst und die Macher wußten wohl selbst was für einen Stuß sie hier auf die Beine stellten. Alles ist himmelschreiend doof, aber auch in seiner Hilflosigkeit ganz witzig. Mir hats gefallen, auch wenn der Mittelteil eher öde ausgefallen ist. Wer allerdings auf ernsthafte Unterhaltung aus ist, mit Dramaturgien, Charakterentwicklungen und all das überbewertete Zeug aus ist, sollte diese Sindbad Variante aber tunlichst meiden.
6/10