Nicht wenige Filmemacher konzentrieren sich bei ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm auf ihre ursprüngliche Kernkompetenz. So konnte Autor und Regisseur Adam Stern bereits einige Jahre im Bereich der visuellen Effekte Erfahrung sammeln, die in seinem High-Tech-Thriller nahezu alle überdurchschnittlich ausfallen. Das Interesse an seiner Geschichte nimmt hingegen kontinuierlich ab.
In einer futuristischen Welt arbeitet Joe in einem Buchladen und lernt dort die geheimnisvolle Ash kennen. Bei einem Date wird sie jedoch von einem Unbekannten auf offener Straße erschossen. Kurz darauf erhält Joe digitale Nachrichten von Ash, die sich in einer Art Parallelwelt zu befinden scheint…
Da hat man mal eben Elemente aus der Reihe „Matrix“, „Inception“ und „The Thirteens Floor“ zusammen gewürfelt und eine Zukunftswelt geschaffen, die zeitlich nicht genau einzuordnen ist. Der technische Fortschritt sprengt auf den ersten Blick keine Dimensionen, Smart Home und KI sind bereits Alltag, Autos haben sich seither nicht wirklich verändert, nur die wenigen relevanten Charaktere erscheinen, ob gewollt oder nicht, über weite Teile ein wenig seelenlos, weshalb die Liaison zwischen Joe und Ash regelrecht erzwungen daherkommt und zu keinem Zeitpunkt etwas von Herzlichkeit ausstrahlt.
Während anfangs zumindest noch ein wenig Geheimniskrämerei über eine Überwachungszentrale und zwei ominöse Angreifer betrieben wird, flacht die Spannung spätestens ab, als einige Erklärbären bemüht werden, breit und lang über digitale Multiversen zu referieren. Doch anstatt in die Tiefe zu gehen und eventuell philosophische oder gar ethische Gesichtspunkte einzubinden, versucht man die vermeintliche Logik mit der Brechstange herbeizuführen. Wenn eine aktive Einmischung auf digitaler Basis einen Prüfsummenfehler ergibt, kann hieraus nur ein einziges Paradoxon erfolgen, denn die wenigen Figuren scheinen ständig in irgendeiner Parallelwelt einen weiteren Level versteckt zu haben.
So gerät der Stoff zunehmend abstrus und zudem auch langweilig, da sich die Action auf ein Minimum beschränkt. Mehr als zwei, drei eher lahm in Szene gesetzte Fights sind nicht mitzunehmen und auch die Anzahl der Schauplätze ist arg begrenzt. Zwar bemüht Stern gegen Ende noch einige sehr fein ausgearbeitete Effekte mit bröselnden und sich zersetzenden Elementen, doch das kaschiert nicht, wie Spannung und Dynamik fortlaufend weichen.
Was im ersten Drittel noch einigermaßen in Beschlag nimmt, gerät zu einer oftmals zu geschwätzigen und nicht gerade temporeichen Angelegenheit, die visuell durchaus ihre Qualitäten besitzt, doch erzählerisch als auch darstellerisch enttäuscht.
4 von 10