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Irgendwann in der Zukunft ist die Erde so gut wie zugrunde gerichtet und es werden mehrere Raumschiffe auf Mission in die entlegendsten Winkel des Alls entsendet, um einen neuen, bewohnbaren Planeten zu finden und so das Überleben der Menschheit zu sichern. Ein heißer Kandidat dafür - trotz des permanenten Ascheregens - ist KOI-442, auf dem man einen Stützpunkt errichtet hat, in dem die Astronautin Riya Ortiz mit leichten Verletzungen und Gedächtnisverlust aus ihrer Bewustlosigkeit erwacht und prompt die übel zugerichteten Leichen ihrer Kollegen entdeckt. Brion, das einzige verbliebene Crew-Mitglied, kommt kurz darauf von der Raum-Station, die da im Orbit von KOI-442 kreist, auf die Planeten-Oberfläche um nach dem Rechten zu sehen, und kann sich ebenfalls keinen Reim auf das Massaker machen, welches da stattgefunden hat. Der Versuch herauszufinden, was tatsächlich passiert ist, muss jedoch hinten anstehen, denn wegen den zur Neige gehenden Luft-Vorräten dürfen die beiden keinesfalls die einzige Chance verpassen, wieder zur Raum-Station zurückzukehren, die sich da in ein paar Stunden ergibt. Riyas Erinnerungen kommen derweil nur bruchstückhaft wieder, aber es ist gar nicht mal sicher, dass sie diesen auch trauen kann, denn wie es scheint, sind sie und Brion nicht die einzigen Lebewesen auf KOI-442... Seit "Event Horizon - Am Rande des Universums", dem letzten wirklich zünftigen Sci-Fi-Horrorfilm mit Potenzial zum Klassiker (solche minderwertigen Vertreter wie "Pandorum" oder "Prometheus" kehren wir mal ganz nonchalant unter den Teppich!), sind nun auch schon 28 Jahre Jahre ins Land gezogen, so dass es eigentlich mal wieder an der Zeit für ein herausragendes Exemplar von dieser Sorte wäre. Der vorliegende "Ash" schickt sich darum auch an, in ziemlich große Fußstapfen zu treten, doch leider kann er dem besagten Paul W.S. Anderson-Streifen keinesfalls das Wasser reichen, auch wenn sich Regisseur Flying Lotus (nach Rob Zombie und S. Craig Zahler mal wieder ein Musiker, der sich auch als Filmemacher versucht) bei seinem Debüt in bester Fanboy-Manier durch sämtliche Klassiker referenziert... angefangen natürlich bei "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" was das Setting und die Designs anbelangt über die purpurnen Farb-Schemata von "Die Farbe aus dem All" und zum Schluss Mutations-mäßig ganz schön dolle bei John Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" (wo auch sonst?). Licht und Schatten liegen dabei im Endeffekt dicht beisammen: Einerseits hat "Ash" für ein kleines B-Movie nämlich ziemlich beeindruckende Visuals und bisweilen auch "Blob"-eske Blut- und Schleim-Effekte (die allerdings von der flotten Montage abgemildert werden) auf Lager... andererseits ist der zentrale Mystery-Aspekt der Chose leider nicht besonders engaging und so dauert es dann auch nicht lange, bis dem Zuschauer dämmert, dass das alles vom Gehalt der Handlung her so ungefähr auf demselben Level rangiert wie eine alte Episode von "Outer Limits - Die unbekannte Dimension", die man halt eben nur auf die doppelte Lauflänge gedehnt hat. Zugegeben, der Inhalt ist da in letzter Konsequenz aber auch gar nicht mal so wichtig, denn bei "Ash" funktioniert in erster Linie viel über die Atmosphäre und so wird man den Film auch umso besser finden, je mehr man in der Lage ist, mit der verbreiteten Stimmung (ziemlich psychedelisch und trippy!) zu viben. Mich hat er allerdings nicht so richtig abgeholt... und ein "Event Horizon", der über die letzten Jahrzehnte ja wirklich, wirklich gut gealtert ist, bleibt damit auch in jeder Beziehung der relevantere und gruseligere Weltraum-Thriller. Wen es allerdings nicht stört, wenn er zum x-ten Mal Altbekanntes in neuer Verpackung serviert bekommt, kann hier ruhig trotzdem mal 'nen Blick riskieren... und hinterher ziemlich baff sein ob des edlen Looks, den Flying Lotus da für ein kolportiertes Budget von gerade mal einer halben Million Dollar hingezaubert hat. Hut ab dafür...!

6/10

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