Spätestens seit der Tea Time mit Queen Elizabeth ist „Paddington Bear“ britisches Nationalheiligtum (wobei noch nicht geklärt ist, wer durch den süßen Sketch mehr geadelt wurde). Die beiden ersten PADDINGTON Filme von Paul King waren wahre Wunderwerke ihres Genres, Kinderfilme, die das Herz von großen wie kleinen Zuschauern gewannen und damit die Latte für einen dritten Teil entsprechend hoch hängten.
PADDINGTON IN PERU an seinen beiden Vorgängern zu messen, ist zwar naheliegend, wird dem Film aber nicht gerecht. Denn auch wenn der dritte Teil an das Niveau der beiden ersten nicht ganz herankommt, ist es doch auch wieder ein wunderbares Abenteuer für alle Altersklassen geworden und insbesondere für das Debut eines Musikvideoregisseurs absolut beachtlich.
Dougal Wilson knüpft an Paul Kings Arbeit an, indem er auch seinen Film liebevoll verspielt erzählt, mit mal subtilen, mal offensichtlichen Anspielungen auf SKYFALL, FITZCARRALDO, THE SOUND OF MUSIC und natürlich INDIANA JONES, indem er wieder ein paar unglaubliche Slapstick-Actionszenen choreographiert und indem er bestens aufgelegte Starschauspieler herrlichen Quatsch machen lässt. So spielt Antonio Banderas gleich eine ganze Ahnengalerie goldgieriger Vorfahren und Olivia Colman ist natürlich großartig als völlig unverdächtige (!) Obernonne.
Lediglich den Familienmitgliedern der Browns (ganz unkommentiert diesmal mit Emily Mortimer in der Rolle von Sally Hawkins) kommt hier eher die Rolle der Stichwortgeber zu, wobei zumindest Hugh Bonneville in einer der wahrscheinlich lustigsten Spinnenszenen der Filmgeschichte agieren darf.
Das Besondere an den PADINGTON Filmen hat sich auch der dritte Teil bewahrt – eine ganz und gar kindliche Logik, in der sich Bären in London frei bewegen, sich Versicherungen mit Gleitschirmsprüngen und Giftspinnen befassen und Räuber im Grunde ein gutes Herz haben. Und das ist heute in sogenannten Kinderfilmen eine Seltenheit geworden.
Also: Augen auf, Herz auf, PADDINGTON schauen und Spaß haben!