Ohne konkretes Vorwissen könnte man anhand des Titels auf einen durchgeknallten Sporttrainer schließen. Oder auf einen Mentalcoach auf Abwegen. Doch vielmehr handelt es sich um einen Eheberater wider Willen, der eigentlich als Mentor eines Schriftstellers fungieren wollte. Leider findet Regisseur Tolga Karaçelik nicht immer den passenden Ton innerhalb seiner schwarzen Komödie.
Autor Keane (John Magaro) leidet seit vier Jahren an einer Schreibblockade, seine Frau Suzie (Britt Lower) will sich inzwischen von ihm scheiden lassen. Die Begegnung mit Kollmick (Steve Buscemi) gibt Keane indes frischen Aufwind, denn jener entpuppt sich als Serienkiller im Ruhestand, welcher sich einen Roman über seine Arbeit wünscht, Suzie gegenüber jedoch als Ehetherapeut vorgestellt wird. Bald schon fürchtet Suzie, als tödliches Opfer von Keane zu enden…
Ein paar skurrile Einzelmomente bleiben immerhin haften. Da ist beispielsweise die Eröffnungssequenz in Schwarzweiß in einer Höhle anno 40000 v. Chr., als es um das Schicksal eines Neandertalers geht. Später begegnet man einem Lama in einer Bar und hat es mit dem grotesken Anblick einer ausgestopften Katze zu tun. Und man bekommt Baccaras „Yes Sir, I Can Boogie“ um die Ohren, was, ob man will oder nicht, ebenfalls eine nachhaltige Wirkung entfaltet.
Im Grunde mag man die drei Protagonisten nicht einmal. Suzie wirkt kalt, berechnend und komplett unnahbar, während Keane eher ein wenig trottelig veranlagt ist, was ihn in prekären Situationen jedoch ein wenig sympathisch erscheinen lässt. Über Kollmick erfährt man hingegen kaum etwas, seine Ausführungen beruhen nicht auf nachweislichen Tatsachen und trotz der von ihm ausgestrahlten Ruhe schimmert nicht gerade so etwas wie eine bösartige Ader durch. Vielleicht bereits eine gewisse Altersmilde.
Während das Zusammenspiel zwischen dem Autor und dem ehemaligen Killer eher für aberwitzige Momente sorgt, welche jedoch kaum nennenswerte Lacher zutage fördern, ist das Ehedrama deutlich filigraner gestrickt. Hier kommt es zu einigen Missverständnissen und Überreaktionen, welche im letzten Drittel zumindest ansatzweise eine interessante Richtung einschlagen. Allerdings endet die vermeintliche Eskalation relativ abrupt und mittendrin, der Stoff wirkt letztlich ein wenig unvollendet.
Die drei Hauptdarsteller können jedoch einiges mithilfe ihrer Spielfreude und angemessenen Präsenz kaschieren, obgleich Buscemi innerhalb dieses Trios mit sichtlicher Zurückhaltung performt. Auch die Farbgebung der weitgehend tristen Sets in New York schürt phasenweise die Atmosphäre eines Giallos, zumal der schräg anmutende Score eine ähnliche Note einfließen lässt.
Dennoch überzeugt und unterhält das Unterfangen nur bedingt. Kleine Aufheiterungen stehen deutlich zu lang geratenen Dialogpassagen gegenüber, es mangelt an jeglicher Action, jedoch auch an blutigen oder gar überzogenen Einlagen, welche man im Zusammenhang mit einem Killer erwarten könnte. Die Chose bleibt zu harmlos und hinsichtlich der viel versprechenden Prämisse zu oberflächlich.
5 von 10