Auch Sci Fi kann mit sparsam eingesetzten Mitteln angegangen werden. So muss etwa eine Entführung durch Aliens nicht zwangsläufig bebildert werden, eventuell reichen lebendige Schilderungen. Bleiben diese allerdings ebenfalls aus, darf der Wahrheitsgehalt der Sachlage schon mal bezweifelt werden, wie bei vorliegendem Regiedebüt von Co-Autor Ben Van Kleek.
Die Journalisten Ozzie und Darren werden zu der allein erziehenden Mutter Margot beordert, die zurückgezogen mit ihrem Sohn Jonah auf dem Land lebt. Vor acht Wochen sei Jonah von Außerirdischen entführt worden, seither ist er querschnittsgelähmt und redet nur noch vom nahenden Weltuntergang. Ozzie durchleuchtet die Situation und zweifelt schon bald an den Aussagen Margots…
Die Mischung aus Sci Fi und Thriller behauptet anfangs schon, es womöglich mit Extraterrestrischen zu tun zu haben, als während der Exposition ein grelles Licht nur schwer zu übersehen ist. Doch Ozzie und Kameramann Darren haben es häufiger mit Wichtigtuern und Verschwörungstheoretikern zu tun, wie eine kleine Station ihrer journalistischen Expertise untermauern soll, wonach sie dem neuen Projekt von Natur aus skeptisch gegenüber stehen.
Mit der Ankunft in Margots Haus nimmt die Erzählung einen größtenteils kammerspielartigen Charakter an, zumal die meisten Parts recht dialoglastig anmuten und sich die Figuren erst einmal beschnuppern müssen. Da auch Ozzie mit einem leicht traumatischen Hintergrund ausgestattet ist, macht sich zunächst ein leichtes Misstrauen breit, sogar eine Gehirnwäsche des Jungen wird in Betracht gezogen. Immerhin gelingt es auf diese Weise, eine Zeit lang Interesse zu schüren, worin oder bei wem letztlich die Wahrheit liegt.
Allerdings bleiben zwingend spannende Einlagen genauso aus wie temporeiche Szenen oder gar Action mit Schauwerten. Einige Zeit plätschert das Treiben ein wenig vor sich hin, Abende des lockeren Beisammenseins reichern die Erzählung nicht an und während Jonah phasenweise etwas zu lange abtaucht, gibt es kaum Beweise oder zumindest Indizien für ein außerirdisches Treiben. Irgendwann mangelt es spürbar an handfesten Fakten, wonach die Angelegenheit ins Schwimmen gerät.
Dies unterstreicht auch das fahrige Finale, bei dem immerhin eine Temposteigerung auszumachen ist. Jedoch sind innerhalb der Pointe mehrere Schlussfolgerungen möglich, die bis ins komplett Abstruse hineinreichen.
Die leicht schräge und unpassend anmutende Synchro deckt sich ganz gut mit den allenfalls mittelmäßigen Darstellerleistungen und auch der Score ist auf nur wenige Einsätze begrenzt. Das niedrige Budget wird durch die minimalistische Aufmachung unterstrichen, wobei optisch eher weniger auszusetzen ist.
Dennoch eine eher halbherzige Sache, die irgendwo zwischen den Genres strandet und von beidem zu wenig liefert.
4 von 10