Black Crap
Nick Frost befindet sich gerade ein wenig in einer kleinen "Horrorphase" ("Krazy House", "Get Away") und in "Black Cab" spielt er einen mysteriösen Taxifahrer, der ein jetzt schon kriselndes, zukünftiges Ehepaar auf dunkle Landstraßen fährt, die schnell die Spannungen im Wagen ansteigen lassen und Geheimnisse aller Parteien offenbaren...
Beileid Zone
"Black Cab" ist klassischer britischer Mystery-Horror mit solider Besetzung, gutem Beginn und Aufhänger. Frost hat Spaß in seiner Rolle und solch ein "Collateral"- oder "Dead End"-Aufhänger hat immer eine gewisse Dringlichkeit, Emge, Anspannung. Dazu hält sich die Laufzeit nicht mit Schnickschnack auf und der Look, das Feel, die Vibes in diesem besonderen Taxi halten einen zumindest anfangs bei Laune, bei der Stange, neugierig. Selbst wenn schon von Beginn an viele nervige Charaktereigenschaften an der Geduld ziehen und man durch fehlende Charakterisierungen keine Connection zu den Figuren hat. Doch bis ca. zur Halbzeit trägt und amortisiert sich das noch. Man will wissen, was hier wer vorhat und wohin der Wagen rollt. Doch irgendwie geht dann immer mehr die Luft raus und der Leerlauf übernimmt. Spannung, Neugier, Wendungen, Kurven, Tempowechsel - Fehlanzeige oder alles nur sehr, sehr spärlich. Mit der Zeit ermüdet man und merkt, dass man einer Ente aufgelaufen ist. Dass da nicht mehr viel kommt. Dass die PS fehlen. Dass es außer ein paar Bremslichtern und dummen Witzchen nichts mehr zu holen gibt. Das ist nicht böse genug, das ist nicht clever genug, das ist nicht einfallsreich genug. Das hebt sich auch null ab oder bleibt im Gedächtnis. Weder positiv noch wirklich negativ. Alles eben recht lahm und langweilig. Da hatte ich mir viel mehr von versprochen. Das Drehbuch hat leider keinen Drive. Da kann selbst ein gut aufgelegter und den Film komplett tragender Frost nur wenig gegen ausrichten. In seinen schlimmsten Phasen in der Nähe von Früh-00er-Müll a la "Feardotcom" oder "13 Ghosts" - nur mit noch weniger Energie und Kohle.
Fazit: Nick Frost macht immer Spaß und die Atmosphäre der englischen, neblig-düsteren Landstraßen bei Nacht ist dicht. Dennoch wird "Black Cab" viel zu leicht und billig durch schwache Jumpscares, hauchdünnen Figuren und einem enormen Druckabfall der Ideen, Ziele, Interesse spätestens ab dem Ende der ersten Hälfte befallen. Da war mehr drin. Keine empfehlenswerte Fahrt.